Frankreich

Innen minister Hortefeux wegen Rassismusvorwurfs vor Gericht

Rassismusvorwürfe gegen Brice Hortefeux (Archiv)

Rassismusvorwürfe gegen Brice Hortefeux (Archiv)

Der französische Innenminister Brice Hortefeux muss sich wegen einer als rassistisch verstandenen Bemerkung vor Gericht verantworten. Der Minister habe Menschen arabischer Abstammung beleidigt, heisst es in einer Mitteilung der französischen Anti-Rassismus-Vereinigung MRAP.

Der Gerichtstermin sei für den 17. Dezember angesetzt. Hortefeux hatte mit einem flapsigen Kommentar auf einem Jugendtreffen der Regierungspartei für Aufsehen gesorgt. "Wenn es einen gibt, ist es in Ordnung. Erst wenn es viele von ihnen gibt, gibt es Probleme", hatte er gesagt, nachdem er sich mit einem arabischstämmigen jungen Mann hatte fotografieren lassen.

Ein mit einem Mobiltelefon aufgenommenes Video im Internet wurde innerhalb von 24 Stunden mehr als eine halbe Million Mal angeschaut. Ein öffentlicher Sender, der die Szene ebenfalls gefilmt hatte, verzichtete hingegen auf die Ausstrahlung, was zu heftigen Protesten führte.

Hortefeux erklärte später, er habe sich nicht auf Araber bezogen. Diese Aussage schien aber durch die Filmaufnahmen nicht gedeckt. Er erklärte ausserdem, dass es ihm Leid tue, falls sich jemand durch die Fehlinterpretation seiner Bemerkung gekränkt fühle.

Hortefeux ist ein enger Freund von Präsident Nicolas Sarkozy. Vor seiner Zeit als Innenminister hat er als Einwanderungsminister in Frankreich das "Abschieben nach Quote" eingeführt und den Behörden genau vorgeschrieben, wie viele Ausländer ohne Papiere in ihre Heimat zurückzuführen seien.

Im Fall einer Verurteilung für rassistische Beleidigung drohen bis zu ein Jahr Haft sowie 45'000 Euro Geldstrafe.

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