Tabak

Initiative gegen Tabakwerbung zustande gekommen

Die Initiative gegen Tabakwerbung ist formell zustande gekommen. "Wir wollen nicht, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Werbung belastet werden", hatte Hans Stöckli, Präsident des Initiativ-Vereins, beim Einreichen der Unterschriften unter qualmendem Rauch gesagt. (Archivbild)

Die Initiative gegen Tabakwerbung ist formell zustande gekommen. "Wir wollen nicht, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Werbung belastet werden", hatte Hans Stöckli, Präsident des Initiativ-Vereins, beim Einreichen der Unterschriften unter qualmendem Rauch gesagt. (Archivbild)

Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ist formell zustande gekommen. Das Initiativkomitee, bestehend aus verschiedenen Gesundheitsorganisationen, hat bei der Bundeskanzlei genügend gültige Unterschriften eingereicht.

Von den insgesamt 110'316 abgegebenen Unterschriften sind 109'969 gültig, wie die Bundeskanzlei nach der Prüfung am Freitag mitteilte. Die Unterschriften wurden am 12. September eingereicht.

Die Initiative verlangt ein lückenloses Verbot für Tabakwerbung, die Kinder oder Jugendliche erreicht. Konkret soll Zigarettenwerbung auf Plakaten im öffentlichen Raum in der ganzen Schweiz verboten werden.

"Kinder und Jugendliche sind besonders empfänglich für die in der Werbung vermittelten Traumwelten, die Coolness und den Erfolg", wurde Philippe Luchsinger, Präsident Hausärzte Schweiz, beim Einreichen der Unterschriften in einer Mitteilung des Komitees zitiert. Deshalb sei es wichtig, diese Altersgruppe vor der Werbung zu schützen.

Laut Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH beginnen rund 60 Prozent der Rauchenden als Minderjährige. Wenn vor dem 18. Altersjahr nicht mit dem Rauchen begonnen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit gross, Nichtraucher zu bleiben.

Rückenwind vom Ständerat

Unterstützung erhielten die Initianten kürzlich vom Ständerat. Er verabschiedete in der Herbstsession ein Gesetz, das zusätzliche Werbeverbote für Zigaretten in der Presse und im Internet vorsieht. Heute gilt ein Werbeverbot für Tabak in Radio und Fernsehen. Untersagt ist auch Werbung für Tabakprodukte, die sich speziell an Jugendliche richtet.

Ein erster Anlauf für ein neues Tabakproduktegesetz scheiterte 2016 im Parlament. Bei einem zweiten Anlauf sah der Bundesrat zunächst auch Werbebeschränkungen vor. Nach Kritik in der Vernehmlassung strich er diese aber.

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