«Vorsorge Ja – aber fair»

Initiant Josef Bachmann: «Ich will nicht, dass jemand sagt ‹Hoffentli butzts de alti Sack ändlich›»

Die wichtigsten Momente aus der Diskussion mit Robert Bachmann

«Variables System viel nützlicher als fixe Renten»: Die wichtigsten Momente aus der Diskussion mit Robert Bachmann

Alters-Renten sollen flexibel sein – das fordert Josef Bachmann mit seiner Initiative «Vorsorge Ja – aber fair». Hilft der Vorstoss, das Problem zu lösen oder ist sie ein Angriff auf die Altersvorsoge? Wie Josef Bachmann die zweite Säule wieder auf Kurs bringen will, erklärt er im «TalkTäglich».

Die Renten sind um einen Viertel zu hoch, die Jungen subventionieren die Alten mit jährlich sieben Millionen Franken. Josef Bachmann will das ändern. Der Rentner und ehemalige Geschäftsführer der Pensionskasse der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) ist der Hauptverantwortliche hinter der Volksinitiative «Vorsorge Ja – aber fair». In der Diskussionssendung «TalkTäglich» auf Tele Züri erläutert Bachmann die Überlegungen hinter seinem hochkontroversen Vorstoss. 

Der Rentner weiss, dass er sich mit seinem Vorhaben vielerorts unbeliebt macht. Trotzdem sagt er: «Ich mache es gerne – aus Leidenschaft, aus Überzeugung.» Es herrsche ein grosses Unrecht gegenüber unseren Kindern, der jungen Generation.

Keinen leichten Weg beschritten

Der Experte fordert in seiner Initiative, dass die AHV und die zweite Säule langfristig auf finanziell stabilen Pfeilern stehen. Dies stets unter Wahrung der Generationengerechtigkeit. Dazu gibt er einige Richtlinien vor, die mit Tabus in der Altersvorsorge brechen. So sollen etwa auch laufende Renten moderat und schrittweise gekürzt werden können, um eine möglichst schonende Umstellung zu erzielen.

Bachmann ist bewusst, dass er mit seiner Initiative keinen leichten Weg beschritten hat. «Es stehen viele Vorurteile und Ängste im Raum», erklärt der Pensionär. «Das wird ein grosser Prozess für mich aber ich muss das machen. Wenn man ehrlich rüberbringen kann, dass man ihre Ängste versteht, hat man viel mehr Chancen.»

Alte und Junge sollen die Suppe gemeinsam auslöffeln

Die grösste Motivation für sein Schaffen schöpft Bachmann aus persönlichen Überlegungen. Er wolle nicht gehasst werden, wenn er alt ist. Noch weniger wolle er, dass jemand hinter seinem Rücken sage «Hoffentli butzts de alti Sack ändlich». Vielmehr will Bachmann dazu beitragen, dass «Alte und Junge gemeinsam die Suppe auslöffeln, an der niemand schuld ist, dass wir sie uns eingebrockt haben».  

Wird mit dem Finden einer Lösung aber zu lange gewartet, ist Bachmann überzeugt: «Dann passiert das gleiche wie in Japan, wo die Renten auf einen Schlag um 30 Prozent gekürzt wurden. Und dann ist es eine Katastrophe.» (luk)

Die ganze «TalkTäglich»-Sendung mit Josef Bachmann können Sie hier nachschauen: 

Tabubruch Rentenkürzung

Tabubruch Rentenkürzung

Meistgesehen

Artboard 1