Arbeitsleben
Industriebosse fordern Firmen auf, ältere Mitarbeiter und Frauen besser zu fördern

Wegen des Fachkräftemangels in der Industrie fordert Hans Hess, Präsident des Maschinen-, Elektro- und Metallindustrieverbandes Swissmem, mehr ältere Mitarbeiter in den Unternehmen. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» fordert er neue Arbeitsmodelle.

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Zur «Schweiz am Sonntag» sagt Hess: «Wir müssen eigentlich genau das Gegenteil machen von dem, was wir bisher machten, nämlich die Leute in die vorzeitige Pensionierung schicken. Sondern wir müssen den Leuten einen Anreiz geben, damit sie länger bleiben.» Dazu brauche es andere Arbeitsmodelle für ältere Mitarbeiter, beispielsweise Teilzeit oder längere Unterbrüche der Arbeit. Wegen dem Fachkräftemangel kämen die Unternehmen aber auch nicht darum herum, die Frauen viel mehr in die Betriebe einzubeziehen, sagt Hess. «Das ist eine weitgehend brachliegende Ressource.

Da werden wir uns anpassen müssen und die Voraussetzungen schaffen, damit Frauen auch bei uns arbeiten können.» Beispielsweise müssten die Unternehmen den berufstätigen Frauen, die auch Mütter sind, die nötigen Strukturen zur Verfügung stellen. Aus ganz anderen Gründen, nämlich aus politischen, forderte Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, am Arbeitgebertag vom Freitag eine bessere Förderung älterer Mitarbeiter. Wenn die Firmen diese beim ersten Anzeichen einer Krise auf die Strasse stellten, gefährdeten sie die Fortführung der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union.

Wörtlich sagte er: «Die Stimmberechtigten müssen überzeugt werden, dass sich die Arbeitgeber für die Aktivierung aller brachliegenden Arbeitskräftereserven einsetzen. Indem sie ausbilden, indem sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und indem sie die Anstellung älterer Arbeitnehmender forcieren.»