Nach Auszählung aller Stimmen gab die Wahlkommission den Wahlsieg des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) mit seinem umstrittenen Vorsitzenden Jacob Zuma bekannt. Zumas Wahl zum Staatspräsidenten im Parlament steht damit ausser Frage.

Lediglich die zu Verfassungsänderungen notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlte der ANC. Das offizielle Endergebnis der als richtungsweisend angesehenen vierten demokratischen Wahl des Kap-Staates wollte die Wahlleitung am Abend verkünden.

Die Demokratische Allianz - die sich die Verhinderung der Zwei-Drittel-Mehrheit des ANC im Wahlkampf zum Ziel gesetzt hatte - wurde nach den bisherigen Angaben mit 16,6 Prozent der Stimmen stärkste Oppositionspartei. Sie liegt damit vor dem Volkskongress (COPE), der auf 7,4 Prozent kam.

Bei der Wahl am Mittwoch waren in Afrikas bedeutendster Industrienation 23 Millionen Wähler aufgerufen, die neue Besetzung der Regionalparlamente und der Nationalversammlung zu bestimmen. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 77,3 Prozent.

Die neuen Abgeordneten wählen nach ihrer Vereidigung am 6. Mai den Staatspräsidenten, der dann drei Tage später ins Amt eingeführt wird. ANC-Chef Jacob Zuma hatte den Sieg seiner Partei und seine nunmehr als sicher geltende Präsidentschaft schon am Freitagabend mit ANC-Anhängern gefeiert.