Sri Lanka

In Sri Lanka sterben laut LTTE Hunderte nach Militärangriff

Rauchwolken steigen aus Kampfgebiet

Rauchwolken steigen aus Kampfgebiet

Bei einem schweren Angriff von Regierungstruppen im Nordosten Sri Lankas sind nach Angaben der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hunderte Zivilisten ums Leben gekommen.

Der LTTE-nahe Internetdienst Tamilnet berichtete, die Armee habe in der Nacht ein von der Regierung als "sichere Zone" ausgewiesenes Gebiet mit Artillerie beschossen. Bislang seien 257 Leichen geborgen worden. Die Regierung bezeichnete die Anschuldigungen als "Rebellen-Propaganda".

Unabhängige Informationen waren nicht erhältlich, da die Regierung Journalisten und internationalen Beobachtern den Zugang in das kleine, noch von den Rebellen gehaltene Gebiet verweigert.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bei neuen Gefechten zahlreiche LTTE-Kämpfer getötet. Auch Waffen und Schnellboote seien sichergestellt worden, hiess es. Gleichzeitig warf das Verteidigungsministerium den Rebellen vor, Minenwerfer in der "sicheren Zone" positioniert und Zivilisten beschossen zu haben.

Die UNO rief die Konfliktparteien unterdessen erneut zu einem Ende der Gewalt auf. Eine unabhängige Bestätigung für die Meldung gab es nicht, da die Regierung Journalisten und internationalen Beobachtern den Zugang in das kleine, noch von den Rebellen gehaltene Gebiet verweigert.

Die LTTE, die einst weite Teile im Norden und Osten Sri Lankas kontrollierte, ist inzwischen auf einem nur noch etwa fünf Quadratkilometer grossen Küstenstreifen nördlich der Stadt Mullaitivu vom Militär eingekesselt.

Im Kampfgebiet sitzen nach UNO-Schätzungen auch rund 50 000 Zivilisten fest. Colombo spricht von weniger als 20 000 Zivilisten in dem Gebiet.

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