Wolfgang Wagmann

Dass im Wahljahr 2009 Stadtpräsident Kurt Fluri problemlos eine fünfte Legislaturperiode antreten würde, war am 30. Juni vorauszusehen gewesen. Auch die Wiederwahl der Vizestadtpräsidentin Barbara Streit-Kofmel (CVP) - sie erreichte einen Stimmenanteil von 65 Prozent - überraschte trotz dem engagierten Wahlkampf von SP-Herausforderer Adrian Würgler Kenner der städtischen Politszene kaum. Neuland wurde jedoch bei den Chefbeamten-Wahlen betreten: Mit der Teilrevision die Dienst- und Gehaltsordnung gibt es ohnehin keine Chefbeamten mehr, doch zwei der entsprechenden Posten sind neu mit Frauen besetzt.

Aller guten Dinge sind zwei

Den Anfang machte die Gesamtschulleiterin der Schulen Murgenthal, die 49-jährige Irène Schori, die auf Jahresbeginn die Nachfolge von Schuldirektor Rolf Steiner antritt. Sie hatte sich am 28. April mit 20 zu 9 Stimmen im Gemeinderat klar gegen einen männlichen Konkurrenten durchgesetzt. Fast einstimmig machte knapp einen Monat später die 42-jährige Zürcher Architektin HTL Andrea Lenggenhager das Rennen. Sie trat am 1. Dezember ihr Amt als Leiterin Stadtbauamt für den vorzeitig in Pension gehenden Werner Stebler an.

Apropos Gemeinderat: Mit der Neuwahl vom 17. Mai verloren die Frauen ihre 2005 eroberte Mehrheit von 16 Gemeinderätinnen gegenüber 14 Gemeinderäten. Diesmal war das Verhältnis gerade umgekehrt. Es siegte dank Listenverbindungen und Proporzglück die CVP mit zwei Sitzgewinnen auf Kosten der SP, die FdP blieb mit noch neun statt zehn Sitzen stärkste Partei; einen holten sich neu die jungen Grünen.

Eine Verena für die Schlucht

Wohl die grösste Männerbastion knackte aber im Januar die Religionspädagogin Verena Dubacher: Sie wurde vom Bürgerrat Solothurn zur neuen Einsiedlerin der Verenaschlucht gewählt. Zuvor hatten fast 500 Jahre lang nur Eremiten die Klause bewohnt.