Obermumpf

In Obermumpf wird Tempo 30 diskutiert

Enge Strassen: Durchgang im Obermumpfer Oberdorf.

Obermumpfs enge Strassen

Enge Strassen: Durchgang im Obermumpfer Oberdorf.

Eine Initiative mit 75 Unterschriften fordert, auf Obermumpfer Dorfstrassen flächendeckend Tempo 30 einzuführen.

Paul Roppel

Gar nicht glücklich ist Fritz Heid, Ressortchef Strassenwesen im Gemeinderat Obermumpf, über die eingereichte Initiative zur Einführung von Tempo 30 auf allen Ring- und Nebenstrassen. «Flächendeckend ist es nicht sinnvoll, da schon genügend Verengungen und Hindernisse von selber verkehrsberuhigend wirken. Zusätzliche Hindernisbauten könnten zudem der Landwirtschaft Probleme verursachen», begründet er.

Zudem sei er enttäuscht, dass die Initiative ausgerechnet jetzt eingereicht wurde, wo er doch an der letzten Gemeindeversammlung ganz klar Aufträge für verkehrsberuhigende Massnahmen erhalten habe, fügt er an. «Ich bin aktiv geworden. Zusammen mit den Votanten wären die Situationen mit Experten vom Kanton demnächst beurteilt worden», informiert er. «Hätte man nicht die daraus resultierenden Konsequenzen noch abwarten können?», fragt er sich deshalb.

Mütter wurden aktiv

Urheberin der Tempo-30-Initiative ist die 39-jährige Mutter und diplomierte Physiotherapeutin Andrea Salome Strittmatter, die seit elf Jahren mit ihrer Familie an der Hofnetstrasse in Obermumpf lebt. Im November startete sie im Alleingang die Unterschriftensammlung für eine Initiative zur Einführung von Tempo 30.

«Ich war überrascht, als plötzlich andere Frauen Initiativbögen verlangten und ebenfalls Unterschriften sammelten», meint die Initiantin. «Wir sind auf offene Ohren gestossen», doppelt sie nach. «Mit der Realisation wollen wir ein verkehrssicheres, kinder- und familienfreundliches und lebendiges Dorf», betont Strittmatter. «Es ist wichtig, zu handeln, bevor etwas passiert», meint sie.

So wurde sie schon vor zehn Jahren aktiv. Damals fürchtete sie um die Sicherheit ihrer am Strassenrand spielenden vorschulpflichtigen Kinder. Strittmatter wurde erstmals auf der Gemeindekanzlei vorstellig. Resigniert von der Antwort, die sie dort erhielt, liess sie die Idee einer Verkehrsberuhigung aber vorerst ruhen und wusste sich mit andern Mitteln zu helfen.

«Zusammen mit anderen Familien an der Hofnetstrasse haben wir bewusst Dreiradvelos und andere Spielgeräte am Strassenrand deponiert, um an die Aufmerksamkeit und die Vernunft der Autofahrer zu appellieren», verrät sie ihre etwas andere, aber ebenfalls verkehrsberuhigende Taktik.

Initiativkomitee gegründet

Angesichts der sukzessiven Einführung von Tempo-30-Zonen in vielen anderen Gemeinden nahm Strittmatter nun einen neuen Anlauf. Inzwischen ist ein Initiativkomitee gegründet worden mit Theo Weber, Martin Ackle, Ursula Stocker-Glättli und der Initiantin, wobei noch weitere Personen gesucht werden. Gemeindeammann Peter Deubelbeiss bestätigt den Eingang der Initiative, aber im Gemeinderat war sie noch nicht traktandiert.

Bereits einmal war im Gebiet Vorstadt ein Anlauf zur Einführung von Tempo 30 genommen worden, der an der Gesetzgebung scheiterte. Die rechtlichen Hindernisse seien in der Zwischenzeit eliminiert worden, meint Deubelbeiss. Dies reduziere den Planungsaufwand und die Kosten im beachtlich grossen Einzugsgebiet um einiges.

Das weitere Vorgehen in Sachen Tempo 30 werde demnächst diskutiert und eine der nächsten Gemeindeversammlungen werde dann darüber befinden, informiert Peter Deubelbeiss.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1