Die umgerechnet 6,85 Milionen Franken gingen an eine vom Staat eingesetzte Organisation, die sich um die Vermögen von Holocaust-Opfern auf israelischen Banken kümmert. Alleine auf den drei Banken Leumi, Hapoalim und Discount liegen noch mehrere tausend Konten von europäischen Juden, die im Holocaust umgekommen waren, mit einem Gesamtwert von etwa 400 Mio. Schekel (109 Mio. Franken).

Nachkommen von Holocaust-Opfern kämpfen seit Jahrzehnten um die Rückgabe von Vermögen und Besitzungen. Im Zuge der Diskussion um die nachrichtenlosen Vermögen auf Schweizer Banken hatte auch Israel Ende der Neunziger Jahre mit der Suche nach solchen Vermögenswerten auf seinen Banken begonnen. Alleine auf der Bank Leumi fand man 3500 solcher Konten.

Die Gelder, für die keine Erben mehr gefunden wurden, gehen an Gesundheits- und Wohlfahrtsinstitutionen, an Organisationen von Holocaust-Überlebenden sowie an Gedenkstätten.

Der Direktor der staatlichen Organisation für die nachrichtenlosen Vermögen, Menahem Ariav, beglückwünschte die Verantwortlichen der Banken "für die Auszahlung der Gelder an jene, denen sie zustehen".

Amir Bercovich, Sohn eines Deportierten, sprach demgegenüber von einem "unvorstellbaren Skandal". Die Banken hätten über 60 Jahre dafür gebraucht, "etwas zurück zu geben, was ihnen nicht gehörte".