Über tausend Arten von Fledertieren (Chiroptera) bevölkern die Welt, nun sind zwei hinzugekommen. Das berichtete ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Naturhistorischen Museums Genf kürzlich im Fachblatt "Acta Chiropterologica".

Myotis crypticus, so der jüngste Neuzugang unter Europas Fledermausarten, lebt in bewaldeten Gebieten in der Schweiz, in Italien, Spanien und Frankreich. Die Art stehe dabei unter "zunehmendem Druck durch den Menschen", schrieb der spanische Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung (CSIC), der die Studie leitete, in einer Mitteilung.

Bisher sei diese Art unbemerkt geblieben, weil Fledermäuse in Europa mit 53 Arten vertreten sind, von denen sich viele aber sehr ähnlich seien, erklärte Javier Juste von der biologischen Forschungsstation Doñana in Südspanien. Deshalb brauchte es Erbgutvergleiche, um die neue Art also solche zu identifizieren.

Im gleichen Fachartikel stellen die Forschenden zudem die neue Art Myotis zenatius vor, die "extrem selten und verletzlich" sei. Diese Art kommt nur in wenigen Höhlen in Nordafrika, in den Bergen des Maghreb vor. "Möglicherweise müsste sie bereits in die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen werden", schreiben die Autoren.