Minarett

In Deutschland ruft der Muezzin jetzt mit dem Lautsprecher vom Minarett

Eine Verstärkeranlage auf einer Moschee nahe der Schweizer Grenze gibt im Vorfeld der Abstimmung zu reden - für die Gegner der Initiative kommt das jetzt zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.

Im deutschen Rheinfelden, ein paar hundert Meter nördlich des Rheins, steht die Alpenrenler- Moschee mit einem 21 Meter hohen Minarett, von dem der Muezzin seit Jahren jeden Freitag zum Gebet ruft. Das hat noch nie zu Problemen geführt.

Ein paar Wochen vor der Abstimmung über die umstrittene Minarett-Initiative in der Schweiz liefert ein Vorstandsmitglied der türkisch-muslimischen Gemeinde Rheinfelden den Befürwortern eine Steilvorlage aus dem Bilderbuch: er montierte drei Lautsprecher auf dem Minarett - eigenmächtig und provisorisch, wie sich ein Sprecher der Religionsgemeinschaft gegenüber tagesanzeiger.ch/Newsnetz zu versichern beeilt. Der Gebetsruf solle neu auch ab Band erfolgen, das Besteigen des Minaretts sei mühsam.

«Veräppelt»

Während sich der Baubürgermeister der Stadt laut «Badischer Zeitung» veräppelt fühlt sehen sich die Initiativ-Befürworter in ihren Befürchtungen bestärkt: «Eine solche Eskalation ist nichts als logisch», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, denn «ein Minarett dient dem Zweck, dem Muezzin eine Plattform zu verschaffen», sagte Schlüer gegenüber tagesanzeiger.ch./Newsnetz.

Das wiederum ruft die Initiativ-Gegner auf den Plan. «Die Minarett-Gegner verbreiten Horrorszenarien», wehrt sich Hisham Maizar, der Präsident der Föderation Islamischer Dachverbände in der Schweiz. In der Schweiz riefen Muezzine nur im Innern der Moschee zum Gebet auf - in Zimmerlautstärke. «Es wird niemals ein Muezzin vom Minarett rufen» beteuert Maizar und versichert: «niemals werden Lautsprecher an Moscheen installiert».

In Rheinfelden habe die türkisch-muslimische Gemeinde jetzt versprochen, die Lautsprecher wieder zu demontieren - um gleichzeitig ein Baugesuch für eine dauerhafte Verstärkeranlage anzukündigen. (rkr)

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