In der Schweiz findet die Droge Crystal Meth kaum Abnehmer. Noch immer ist das Methamphetamin selbst bei schweren Drogensüchtigen sehr unbeliebt. Wie Nadeen Schuster, Sprecherin der Sozialen Einrichtungen und Betriebe gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ sagt, werde den Klienten, die in die Anlaufstellen kommen, Crystal gar nie angeboten. Schusters Wahrnehmung ist, dass Crystal Meth vielen zu billig und zu trashig ist. Auch den Junkies.

Dass Crystal Meth in der Schweiz so unbeliebt ist, liege am schlechten Ruf der Droge, sagt Christian Kobel, Betriebsleiter der Jugendberatung Streetwork in Zürich. «In den Filmen sind es immer die ganz kaputten Leute, die Crystal Meth nehmen.»

Beim Drogeninformationszentrum seien Beratungen zu Crystal Meth sehr selten, sagt er. Im 2015 wurden rund 1400 Proben zur Analyse abgegeben. Davon handelte es sich bei sechs Proben um Crystal Meth.

Kein Markt für Junkies

In Deutschland ist die „Arme-Leute-Droge“ vor allem im Osten des Landes beliebt, weil sie kostengünstig und einfach herzustellen ist. In der Schweiz kostet eine Dosis von 25 Milligramm Crystal Meth im Schnitt etwa 4 Franken. Für eine Linie Kokain bezahlt man 4 bis 7 Franken. Jedoch hält die Wirkung von Crystal 20 bis 30 Stunden lang an.

«Für nicht Abhängige in der Partyszene ist die Wirkung zu stark. Crystal ist schwer dosier- und einschätzbar», sagt Kobel. Und für die Junkies wiederum gibt es für die Droge gar keinen Markt, da sie nicht im grossen Stil gehandelt wird.

Am ehesten taucht die Droge im Rotlicht- und Schwulenmilieu im Zusammenhang mit Sex auf. Crystal macht leistungsfähiger und schmerzunempfindlich.