«Seit der Publikation des Bundesgerichtsentscheids am 21. Februar 2011 zeigen die SBB zahlungsunwillige und zahlungsunfähige Schwarzfahrer nicht mehr an», sagte ein SBB-Sprecher der «NZZ am Sonntag». Die ÖV-Unternehmen erheben wie die SBB nur noch sogenannte Zuschläge wegen Fahrens ohne Billet. Das hat zur Folge, dass in den nächsten Monaten mehrere zehntausend Schwarzfahrer straffrei ausgehen.

Diese Zahl ergibt sich aufgrund der Anzeigen, welche die ÖV-Unternehmen in den letzten Jahren wegen Fahrens ohne Billett erstattet haben. Bei den SBB waren es jedes Jahr rund 2000 Anzeigen, bei den Verkehrsbetrieben der Städte Zürich und Genf bis zu 10'000. Auch in anderen Städten sind jedes Jahr mehrere tausend Schwarzfahrer verzeigt worden. Das Bundesgericht hat sein Urteil aufgrund eines missverständlichen Passus im Personenbeförderungs-Gesetz gefällt. Dieser ist in der Zwischenzeit überarbeitet worden; er soll in den nächsten Wochen vom Parlament verabschiedet werden und womöglich Anfang 2012 in Kraft treten.