Der frühere Informationsminister Nabil Schaath erklärte vor den Medien, die Parteiführung habe zugestimmt, dass die rund 400 nicht anwesenden Delegierten aus dem Gazastreifen per Handy abstimmen dürften.

Sie können an der Versammlung nicht teilnehmen, weil die rivalisierende radikal-islamische Hamas ihnen die Ausreise verweigert hat. Die Hamas kontrolliert den Gazastreifen seit Juni 2007.

Mit der Abstimmung der fast 2500 Delegierten über die Zusammensetzung des neuen Zentralkomitees und Revolutionsrats wurde für diesen Samstagvormittag gerechnet.

Für die 18 zur Wahl stehenden Sitze im 21 Mitglieder umfassenden Zentralkomitee bewerben sich mindestens 85 Kandidaten. Rund 500 Bewerber kandidieren für 70 zu wählende Sitze im 120 Mitglieder zählenden Revolutionsrat. Die restlichen Mitglieder werden von den Gremien dann selbst bestimmt.

Der frühere Fatah-Repräsentant in Gaza, Mohammed Dahlan, hatte am Donnerstag gedroht, er werde nicht als Kandidat für das Zentralkomitee antreten, sollte den Gaza-Mitgliedern die Teilnahme an der Wahl verwehrt werden.

Nach Angaben der Fatah im Gazastreifen versucht die Hamas, die Abstimmung zu behindern. Zahlreiche führende Fatah-Mitglieder seien von Sicherheitskräften der Hamas mehrere Stunden festgehalten worden. Auf einer Webseite der Fatah hiess es am Freitagabend, damit sollten die Mitglieder an der Stimmabgabe gehindert werden.

Der Fatah-Parteitag war zuvor wegen des Hauskrachs auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Ursprünglich hätte die Veranstaltung nach drei Tagen bereits am Donnerstag mit der Wahl der Gremien zu Ende gehen sollen.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen der alten und jungen Garde in der Fatah. Letztere, darunter Dahlan und der in Israel inhaftierte Marwan Barguti, wollen mehr Einfluss in der Partei.