Baselland
In Alterspolitik kommt Bewegung

Kanton, Gemeinden und Altersheime sollen enger zusammenarbeiten und damit die Leistungen für die Rentner verbessern. Sanitätsdirektor Peter Zwick hat dazu das Projekt «64plus» ins Leben gerufen.

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Projekt Rosengarten

Projekt Rosengarten

bz Basellandschaftliche Zeitung

Heiner Leuthardt

Der Anteil der Betagten steigt in unserer Gesellschaft. Allerdings gehen die Rentner heute viel später ins Altersheim und leben dort im Durchschnitt nur ein Jahr. «Diese Ausgangslage hat mich bewogen, ein Projekt zu starten, das alle Organisationen und Ideen koordiniert, die im Bereich Alter vorhanden sind», sagte der Baselbieter Sanitätsdirektor Peter Zwick an einem Informationsabend in Laufen. Das Projekt läuft sinnigerweise unter dem Titel «64plus».

Mit John Diehl, dem bisherigen Leiter des Laufner Altersheims Rosengarten, hat Zwick den Projektleiter, der die Zusammenarbeit nicht nur zwischen dem Kanton, den Regionen und Gemeinden sowie den Altersheimen fördern wird, sondern auch mit allen Organisationen und Institutionen. «Ziel ist, die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der älteren Menschen zu wahren», betonte Zwick. Das sagte er auch vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von benötigten Pflegebetten, die den Kanton Baselland rund 720 Millionen Franken kosten werden.

Rosenberg wird Chef im Rosengarten

Das Laufner Alters- und Pflegeheim Rosengarten kriegt einen neuen Leiter: Als Nachfolger des zurückgetretenen John Diehl wird neu Michael Rosenberg auf dem Chefsessel Platz nehmen. Rosenberg ist bereits Geschäftsführer des Zentrums Passwang in Breitenbach und wird nun auch den Rosengarten leiten. Beide Institutionen arbeiten bereits eng miteinander zusammen. Den Weg zur doppelten Leitung durch Rosenberg geebnet hat die Delegiertenversammlung des Zentrums Passwang am Donnerstagabend, und zwar einstimmig, nachdem zuvor schon der Stiftungsrat des Rosengartens sich für Rosenberg ausgesprochen hatte. «Damit kann die gemeinsame Heimleitung früher als geplant realisiert werden», freut sich Peter Holzherr, Präsident des Vorstandes des Zentrums Passwang. Durch die noch engere Kooperation erhofft man sich eine bessere Nutzung bereits bestehender Synergien. (hrl)

Selbstbestimmung wahren

Gleichzeitig konnte Zwick auf ein erfolgreiches Modell im Waldenburgertal hinweisen, das dank einer guten Koordination der Angebote zu mehr als einer Halbierung des Pflegebettenbedarfs geführt hat. Dies, weil die Betroffenen dadurch länger zu Hause bleiben können. Dieses Modell griff auch Diehl auf. Ein ähnliches Modell gebe es im Leimental mit Therwil, Ettingen, Biel-Benken und Hofstetten-Flüh.

Aber auch bei jenen älteren Menschen, die selbständig zu Hause leben könnten, sei es wichtig, dass das umfassende Angebot der Dienstleistungen, wie Spitex oder Altersturnen, die es ihnen erlaubten, länger zu Hause zu bleiben, besser koordiniert werden. Ebenso müsse es Anlaufstellen geben, die bei Fragen Auskunft geben könnten, meinte Zwick. «Das Projekt will Fakten sammeln, Lösungen aufzeigen und die Koordination der bestehenden Angebote fördern», umschrieb Diehl den Kern von «64plus».

Laufner Wohnpark als Beispiel

Eines der Angebote ist der entstehende Wohnpark Rosengarten. Geplant ist er in der Nachbarschaft zum Alters- und Pflegeheim Rosengarten in Laufen. Vorgestellt wurde das Privatprojekt durch den Initianten Bruno Jermann. Der Park werde betagtengerechte Wohnungen anbieten, wobei auf eine hohe Lebensqualität geachtet werde. «Zu unseren Zielen gehören auch tragbare Mieten und eine soziale Durchmischung.»

Wichtig sei der benachbarte Rosengarten als Dienstleistungszentrum. Die betagten Bewohner könnten bei Bedarf Dienstleistungen abrufen, die ihnen das selbständige Wohnen erleichtern würden. «Dabei werden nur die bezogenen Leistungen verrechnet.» Gerade dieses Angebot sprach die zahlreichen, mehrheitlich älteren Zuhörer an, die sich auf einer Interessentenliste des bis Sommer 2011 bezugsbereiten Laufner Wohnparks eintrugen.

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