Umwelt

Immer wieder Fischsterben bei Blausee – Strafanzeige eingereicht

Immer wieder Fischsterben bei Blausee

Der Blausee ist schön, doch in den Fischzuchtanlagen neben dem See sterben die Tiere.

In den Fischzuchtanlagen beim Blausee im Kandertal ist es nach Angaben der Betreiber in den letzten zwei Jahren immer wieder zu grossen Fischsterben gekommen. Die Besitzer vermuten als Ursache angeblich verschmutzten Aushub aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel.

Sie haben nach eigenen Angaben Strafanzeige eingereicht. Wie die Blausee AG am Mittwoch mitteilte, richtet sich die Strafanzeige gegen eine unbekannte Täterschaft. Die Blausee AG schreibt aber auch, es gebe den "dringenden Verdacht", dass das Wasser in den Fischzuchtanlagen wegen "illegaler Aktivitäten" im Zusammenhang mit der Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels verschmutzt worden sei.

Insbesondere gehe es um verschmutzten Gleisaushub aus dem Tunnel. Diesen Aushub habe die verantwortliche Firma in einen Steinbruch in der Nähe des Blausees gebracht. Dort sei der verschmutzte Gleisaushub in Verletzung gesetzlicher Vorschriften behandelt und deponiert worden.

Von der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern liegt noch keine Bestätigung vor, dass in diesem Zusammenhang eine Strafanzeige eingereicht worden ist. Ein Fischsterben von Frühling 2018 führte die Blausee AG noch auf einen enormen Polleneintrag im See und letztlich auf die Klimaerwärmung zurück.

Laut Bericht Zehntausende von Fischen

Was die Blausee AG am Mittwoch in einer Einladung zu einer Medienkonferenz vom Donnerstag bekanntgab, steht so viel ausführlicher in einem Bericht der Tamedia-Zeitungen, der in Zusammenarbeit mit der Sendung "Rundschau" von Schweizer Fernsehen und Radio SRF entstand. Der Bericht trägt den Titel "Giftige Stoffe töten Zehntausende Fische im Naturpark Blausee".

Laut dem Bericht ist der Altschotter aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel mit Giftstoffen belastet und wurde bis Mitte Juni 2020 in einer Kiesgrube beim Blausee abgelagert.

Der Blausee ist schön, doch in den Fischzuchtanlagen neben dem See sterben die Tiere.

Der Blausee ist schön, doch in den Fischzuchtanlagen neben dem See sterben die Tiere.

Beton statt Schotter im Tunnel

Seit August 2018 saniert die BLS im Lötschberg-Scheiteltunnel die Fahrbahn. Zwischen Kandersteg BE und Goppenstein VS werden die Gleise samt Holzschwellen und Schotter durch eine feste Fahrbahn aus Beton ersetzt, wie die BLS im Juli 2017 mitteilte. 105 Millionen Franken lässt sich das Bahnunternehmen diese Sanierung kosten, die bis 2022 läuft.

Der Blausee ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Restaurant und Bio-Forellenzucht. Hinter der Blausee AG stehen prominente Namen. Im Jahr 2014 übernahmen der Swiss Economic Forum-Gründer Stefan Linder, Globetrotter-Chef André Lüthi und Ex-Nationalbankchef Philipp Hildebrand die Einrichtungen.

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