Die beiden Landeskirchen haben in den letzten 40 Jahren enorm an Boden verloren: Anfang der 1970er-Jahre gehörten je über 45 Prozent der Schweizer Bevölkerung der katholischen und der reformierten Kirche an. Heute sind noch 32 Prozent reformiert und 31 Prozent katholisch, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Dienstag mitteilte.

Zugelegt haben nicht-christliche Religionen (heute 12 Prozent) und vor allem die Konfessionslosen, wie eine Studie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft" (NFP 58) zeigt: Hatte noch vor 40 Jahren bloss ein Prozent der Bevölkerung keine Konfession, sind es heute 25 Prozent.

Distanziert, nicht ablehnend

Allerdings sagt die Konfession gemäss den Autoren um Jörg Stolz von der Universität Lausanne nicht viel aus über religiöse Praktiken und Glaubensvorstellungen. Auch Konfessionslose können an Gott glauben oder alternativ spirituell sein. Die Forscher teilten die 1229 Teilnehmer ihrer Umfrage deshalb in vier Religiositätstypen ein.

Die weitaus grösste Gruppe ist jene der Distanzierten (64 Prozent). "Distanzierte glauben nicht nichts, sie haben gewisse religiöse und spirituelle Vorstellungen und Praktiken", schreiben die Forscher in ihrem Schlussbericht. Diese seien aber im Leben dieser Menschen nicht besonders wichtig - so gehen sie zum Beispiel nur sporadisch in die Kirche.

17 Prozent der Befragten zählen zur Gruppe der Institutionellen. Sie sind Mitglieder der Landeskirchen oder von evangelischen Freikirchen und pflegen einen lebendigen Glauben an Gott. 10 Prozent gehören zum Typ der Säkularen, die jeglicher Form von Religiosität entweder indifferent oder gar ablehnend gegenüber stehen.

Die vierte Gruppe, die Alternativen, umfasst 9 Prozent der Bevölkerung. Diesen Menschen bedeuten holistisch esoterische Ansichten und Praktiken im Leben viel.