«Ich bin alarmiert, dass bereits so viele Menschen aus der Schweiz für den IS in den Krieg gezogen sind und unsere Religion in Verruf bringen», sagt Imam Abdul Wahab, Tayyab, der für die Region Solothurn und Bern der Ahmadiyya-Gemeinde zuständig ist.

Wahab ist überzeugt, dass nicht nur IS-Propaganda aus dem Internet zu diesem Anstieg geführt hat, sondern auch Gelehrte in den hiesigen Moscheen dazu beigetragen haben.

«Es ist möglich, dass es auch in der Schweiz Gelehrte gibt, die Hass schüren und zu Gewalt aufrufen», sagt Wahab gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Er fordert deshalb den Bund auf, während der Freitagsgebete zu kontrollieren, was die Imame predigen.

«Wir sollten uns vereinen und uns gemeinsam für den Fortschritt des Landes einsetzen und für den Frieden arbeiten», begründet er seine Forderung.

Die Sprecherin des Nachrichtendienstes des Bundes gibt nicht bekannt, ob die Moscheen bereits heute im Fokus der Ermittlungen stehen.

«Dies würde einen zu starken Einblick in die operativen Tätigkeiten des NDB ermöglichen», sagt Isabelle Graber vom NDB. Um Predigten vor Ort abhören zu können, fehlen jedoch gesetzliche Grundlagen.