Würde die SVP-Ausschaffungs-Initiative buchstabengetreu umgesetzt,«müssten wir füher oder später die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) wie auch die Kinderrechtskonvention künden», sagt FDP-Migrationsexperte Philipp Müller im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag».

«Wir würden überschwemmt von Klagen am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Es ginge um unzählige Fälle. Die Schweiz verlöre einen Fall nach dem anderen, würde immer wieder gerügt.» Für Müller hätte das «desaströse» Folgen, wie er sagt.

"Stellen Sie sich vor: Die Schweiz als Industrie-Exportnation inmitten in Europa wendet sich von europäischen Grundwerten ab», betont Müller.«Imagemässig wäre das ein Totalschaden für die Schweiz.»

Die Schweiz verdiene ihren Lebensunterhalt zwar im Inland, den Wohlstand erarbeite sie sich aber mit dem Export. Müller: «Müssen wir die Konventionen künden, wird sich das negativ auf den Export-Absatz im Ausland auswirken. Es ginge uns ans Lebendige. Die Arbeitsplätze gerieten in Gefahr.» Die Wirtschaftsverbände würden erstaunt feststellen: Das sei wohl doch eine wirtschaftspolitische Vorlage gewesen.