Argentinien
Im Vollrausch? Mann des Schweizer Botschafters fährt Bub an und flüchtet

Der Ehemann von Johannes Matyassy, dem Schweizer Botschafters in Argentinien, soll im Sommer letzten Jahres volltrunken einen Unfall gebaut und sich danach aus dem Staub gemacht haben. Beim Crash wurde ein 14-jähriger Junge verletzt.

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Schweizer Botschafter in Argentinien: Johannes Matyassy (Archiv)

Schweizer Botschafter in Argentinien: Johannes Matyassy (Archiv)

Keystone

Mit dem VW der Schweizer Vertretung in Buenos Aires ist der 14-jährige Matìas angefahren worden. Am Steuer des Unfallfahrzeuges soll ein 28-jähriger Brasilianer, der Ehemann des Schweizer Diplomaten Johannes Matyassy (56), gesessen sein. Der Mann hat sich nach dem Unfall angeblich nicht um das Opfer gekümmert und sich aus dem Staub gemacht.

Der Schüler verletzte sich am linken Bein und am Brustkorb. Der Unfall hat sich am Morgen des 11. Juni letzten Jahres ereignet wurde aber erst jetzt durch das argentinische Magazin «Perfil» einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. «Ein Taxifahrer fuhr ihm nach, damit er stoppt. Als er ausstieg, war er total besoffen», sagt Marìa Angélica Otero, die Mutter des Unfallopfers. Ein Alkoholtest sei aber offenbar nicht gemacht worden.

Unglücklicher Zwischenfall

Beim Aussendepartement heisst es: «Ein unglücklicher Zwischenfall, der keine schwerwiegenden Folgen hatte», so EDA-Kommunikationschef Jean-Marc Crevoisier gegenüber der Zeitung «Le Matin». Auch Botschafter Johannes Matyassy sieht kein Problem: «Mein Mann hielt nach dem Unfall sofort an und rief mich dann unverzüglich an», sagt er.

Die Familie des 14-Jährigen sieht dies jedoch anders. Man fühle sich vom Botschafter und dessen Gatten vernachlässigt, ein erstes Entschädigungsangebot sei «beleidigend» ausgefallen, sagte der Anwalt des Opfers zu «Le Matin».

Kein Unbekannter

Matyassy ist in der Schweiz kein Unbekannter. Er war Präsident der Berner FDP und der PR-Organisation Präsenz Schweiz, ehe er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. 2011 trat er in Buenos Aires die Nachfolge von Carla Del Ponte an, die vor ihm als Schweizer Botschafterin für das EDA in Argentinien war. (msk)