Die Stiftung plant seit 2007 in Luzern ein neuartiges, flexibles Musiktheater. Der deutsche Milliardär Christof Engelhorn sicherte für das Vorhaben 120 Millionen Franken zu.

Das Geld befindet sich in einem Trust auf Bermuda und wird durch Butterfield verwaltet. 2008 überwies Butterfield für die Projektierung knapp 6 Millionen Franken. Im letzten August starb der Mäzen. Butterfield zog sich danach vom Projekt zurück, weil es rund um das Projekt zu viele Unsicherheiten gebe.

Die Luzerner bestehen aber auf den restlichen 114,25 Millionen Franken. Im letzten April kündigte sie deshalb den Rechtsweg an. Der Trust zeigte sich davon unbeeindruckt und erklärte, es gebe keine Verpflichtung zur finanziellen Unterstützung des Projektes.

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Die erste Etappe auf dem Rechtsweg war am Mittwoch eine Schlichtungsverhandlung vor dem Friedensrichteramt Luzern. Wie zu erwarten war, fanden sich die Parteien nicht. Die Stiftung teilte nach dem Termin mit, sie werde nun fristgerecht Klage einreichen.

Nach Darstellung der Stiftung Salle Modulable hatte sich die Bermuda-Gesellschaft vor der Friedensrichterin nicht blicken lassen. Einzig die Schweizer Niederlassung von Butterfield sei vor Ort gewesen, habe sich aber für nicht zuständig erklärt.

Die Friedensrichterin wird nun eine Klagebewilligung ausstellen. Für das angestrebte Verfahren zeigt sich die Stiftung optimistisch. Butterfield habe die Finanzierungszusage willkürlich und zur Unzeit zurückgezogen, schreibt sie. Die Stiftung habe deshalb Anspruch auf die gesamten 120 Millionen Franken.

Wie lange der Streit um die Millionen dauert, ist offen. Ein erfolgreicher Ausgang des Verfahrens sei auch zu einem späteren Zeitpunkt noch nützlich, schreibt die Stiftung. Die Partner der Salle Modulable, das Luzerner Theater und die Musikhochschule, planen aber bereits an Alternativen.