Buchstäblich im letzten Moment hielt die Bundesanwaltschaft (BA) einen 25-jährigen Schweizer aus dem Grossraum Zürich davon ab, ein Flugzeug nach Istanbul zu besteigen, um dann mutmasslich in das syrisch-irakische Grenzgebiet weiterzureisen. Er wird der Absicht verdächtigt, sich dort einer radikalislamischen Gruppierung anschliessen zu wollen. 

Die Verhaftung habe in enger Zusammenarbeit mit der Bundeskriminalpolizei BKP und der Kapo Zürich stattgefunden, wie die BA heute mitteilte. 

Strafrechtlich wird dem jungen Mann konkret vorgeworfen, sich an einer verbotenen Gruppierung zu beteiligen, gemäss Art. 2 Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen.

Im Jahr 2014 wurden zwei Personen gestützt auf die Anklage der BA vom Bundesstrafgericht wegen der Unterstützung einer kriminellen Organisation sowie öffentlichen Gewaltaufrufen zu unbedingten und bedingten Gefängnisstrafen verurteilt.

Weiter wurde im März 2015 die Haft von drei Irakern, welchen dschihadistische Aktivitäten und Mitgliedschaft bei der IS vorgeworfen wird, verlängert. Die Eingabe der Anklage in diesem Verfahren ist im Verlauf des Sommers geplant. 

Zurzeit führt die Bundesanwaltschaft rund zwei Dutzend Strafverfahren im Bereich des radikalen Dschihadismus. (rhe)