Schweiz

Im Homeoffice statt auf der Strasse: So begehen die Gewerkschaften den 1. Mai

1. Mai-Demos auf der Strasse sind dieses Jahr zum ersten Mal schweizweit abgesagt.

1. Mai-Demos auf der Strasse sind dieses Jahr zum ersten Mal schweizweit abgesagt.

Wegen des Versammlungsverbots finden die Kundgebungen zum Tag der Arbeit schweizweit per Live-Stream statt. In einzelnen Städten sind dennoch unbewilligte Demonstrationen angekündigt.

(wap) Über 50 Kundgebungen und Demonstrationen zum 1. Mai sind wegen der Coronakrise abgesagt worden. Dennoch nutzen die Gewerkschaften das traditionelle Datum, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Auf www.mai2020.ch halten die 1. Mai-Redner ihre Reden per Video aus dem Homeoffice. Auf 13 ist dort zudem eine «digitale Grosskundgebung» in deutscher Sprache angekündigt, ab 14.15 Uhr soll dann eine weitere virtuelle Demo auf Französisch folgen.

In der Coronakrise seien die Forderungen der Gewerkschaften aktueller denn je, schreibt etwa der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Botschaft zur Kundgebung. Vom wirtschaftlichen Einbruch seien Menschen mit tiefen Einkommen und prekären Arbeitsverhältnissen am härtesten betroffen. Viele Menschen mit tiefen Einkommen seien etwa von Kurzarbeit betroffen und hätten plötzlich nur noch 80 Prozent Lohn. Sie hätten Mühe, ihre Familien durchzubringen. Es brauche darum einen 100-prozentigen Lohnersatz, fordert der SGB. Unverständlich sei auch, dass Firmen trotz Staatsunterstützung nun Entlassungen aussprächen.

Diese Forderung nennt auch die Gewerkschaft Unia in ihrem Appell zum 1. Mai. Löhne unter 5000 Franken müssten vollumfänglich ausgeglichen werden. Ausserdem könne es nicht angehen, dass der Bund die Unternehmen mit 60 Milliarden Franken stütze und es dennoch zu Entlassungen komme. «Die Unternehmen erhalten Unterstützung, damit sie Arbeitsplätze erhalten und Löhne weiter zahlen, statt Dividenden an die Firmenbesitzer auszahlen», schreibt die Unia.

Während sich die Gewerkschaften mit ihren Demonstrationen und traditionellen Maifeiern zurückhalten, wollen linksradikale Organisationen trotz Pandemie auf die Strasse. Auf ihrem Portal Barrikade.info haben sie in mehreren Schweizer Städten Strassenproteste angekündigt, darunter Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Thun und Solothurn.

Update folgt ...

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