SBB
Im Dezember ist jeder fünfte Zug zu spät

Lokführer-Präsident Hubert Giger gibt den Passagieren eine Mitschuld an den häufigen Verspätungen im Winter - weil sie zur kalten Jahreszeit länger brauchen, um einzusteigen.

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Keystone

In der Schweiz treffen im Dezember täglich rund 1400 der insgesamt 7000 Züge zu spät an den Haltestellen ein, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Laut SBB waren 79 Prozent ihrer Züge zwischen dem 1. und dem 16. Dezember pünktlich unterwegs. Somit ist klar, dass jeder fünfte Zug verspätet war. «Pünktlich bedeutet, dass die Kunden ihr Ziel mit maximal drei Minuten Verspätung erreichen», sagt die SBB auf Anfrage.

«Es dauert länger»

Über das ganze Jahr gesehen treffen neun von zehn Zügen rechtzeitig am Ziel ein. Schliesslich treffe auch die Passagiere eine Mitschuld, sagt Hubert Giger, Präsident des Verbandes der Schweizer Lokführer. Bei Schneefall stünden fast alle Leute unter dem Dach des Bahnhofs, so Giger: «Es dauert dann länger als im Sommer, bis sie sich verteilt haben und eingestiegen sind.» Nicht zu unterschätzen: «Wenn es stark schneit, fahren auch die Autofahrer Zug.

Diese sind nicht so versiert mit Einsteigen wie die Pendler.» Und wenn das Perron vereist sei, «dann laufen die Leute langsam und vorsichtig, und es dauert rund 20 Sekunden länger pro Halt, bis sie eingestiegen sind». Hier sieht er Verbesserungspotential: «Es darf nicht sein, dass die Leute drei Tage nach dem Schneefall noch auf dem Perron rumrutschen müssen.»