Ralph Möll

Der Gemeinderat Selzach vollzog am Donnerstag den ersten politischen Schritt zum Bau von Alterswohnungen in der Gemeinde. Er beschloss, gemeinsam mit der Bürgergemeinde die zum Verkauf stehende Liegenschaft GB Selzach Nr. 1991 an der Dorfstrasse zu kaufen. Darin soll eine noch zu gründende Genossenschaft altersgerechte Wohnungen bauen.

«Selzach ist ein typisches Einfamilienhaus-Dorf. Und aus diesem Grund gehen der Gemeinde langjährige Einwohner im Alter verloren», erklärte Gemeindepräsident Viktor Stüdeli dem Gemeinderat sowie dem ebenfalls anwesenden Bürgerrat. «Viele Senioren verkaufen ihre Häuser und ziehen in Einrichtungen um, die ihren Bedürfnissen besser gerecht werden, die aber ausserhalb Selzachs liegen.»

Idee der Bürgergemeinde

Auf die Möglichkeiten mit dem so genannten Bieli-Haus aufmerksam gemacht hat den Gemeinderat die Bürgergemeinde. «Das Gebäude an der Dorfstrasse eignet sich für ein solches Projekt bestens. Schliesslich wollen wir die Menschen ja nicht am Waldrand verstecken, sondern im Zentrum der Gemeinde behalten», erklärte Bürgergemeindepräsident Werner Klausner.

Den beiden Gemeinden entstehen durch diesen Kauf keine jährlichen Folgekosten. Geplant ist die Abgabe der Liegenschaft im Baurecht, wodurch sogar ein Zinsertrag in die Gemeindekassen fliesst. Der Kaufpreis für das Bieli-Haus beträgt 270 000 Franken. Hinzu kommen noch rund 30 000 Franken für Handänderungs-, Reinigungs- und weitere mögliche Kosten, bevor die Liegenschaft der Genossenschaft übergeben werden kann.

Die Einwohnergemeinde übernimmt vom Gesamtbetrag zwei Drittel, die Bürgergemeinde die restlichen 100 000 Franken. Allerdings muss die Bürgergemeindeversammlung noch über diesen betrag befinden, weil der Bürgerrat keine Finanzkompetenz hat. Klausner gab sich aber zuversichtlich, dass die Bürger dem Projekt zustimmen werden.

Minus reduziert

Finanzverwalter Heinz Schaad präsentierte dem Gemeinderat den Finanzplan 2010 bis 2013. Die darin aufgezeigten düsteren Aussichten mit Aufwandüberschüssen von bis zu 800 000 Franken liessen dem Rat keine andere Wahl, als die geplante Sanierung des Schulhauses III um vorläufig ein Jahr hinauszuschieben. Dies hat auch Auswirkungen auf den Voranschlag 2010.

Ursprünglich zeigte dieser einen Aufwandüberschuss von rund 507 000 Franken. Dieses Minus konnte aber nach einer ersten Lesung bereits stark reduziert werden. Unter anderen fallen 90 000 Franken weg, welche als Zinsen für ein allfälliges Darlehen für das Projekt Schulhaus III eingesetzt worden waren.