Während seines Besuchs traf sich Maurer mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos, dem Vizepräsidenten Angelino Garzon, mit drei verschiedenen Ministern sowie mit dem Hochkommissar für Frieden des südamerikanischen Landes. Dies schrieb das IKRK in einem Communiqué.

Der IKRK-Chef verschaffte sich zudem in der Region Putumayo vor Ort einen Überblick, wo die Waffengewalt auf die Zivilbevölkerung weitergeht. Er führte mehrere Gespräche mit Gemeindevertretern an den Ufern des Flusses Piñuña Negro.

Maurer "alarmiert"

"Ich erschrak darüber, zu sehen, dass es neben dem prosperierenden Kolumbien auch ein Kolumbien gibt, wo die Menschen keinen Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen und Gütern wie Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Bildung haben", sagte Maurer.

"Neben dem Fehlen von wirtschaftlichen Perspektiven für die Menschen war ich auch tief betroffen von den Geschichten von vertriebenen Familien, die in der abgelegenen Region an den Folgen von jahrelanger Gewalt leiden", sagte der Leiter des IKRK.

"Improvisierte Sprengsätze und explosive Kampfmittelrückstände stellen eine ständige Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar." Daneben hätten die Menschen keinen oder nur einen sehr beschränkten Zugang zu Schulen, Gesundheitseinrichtungen oder lokalen Märkten. "Ihre Situation ist aussichtslos", sagte Maurer.

"Effizientere und umfassendere" Hilfe nötig

In diesem Zusammenhang begrüsste Maurer die Zusammenarbeit zwischen dem IKRK, der kolumbianischen Regierung sowie weiteren Konfliktparteien. "Ich bin sehr froh, dass wir ohne Einschränkungen in dem Land arbeiten können."

Gemäss eigenen Angaben wird das IKRK seine Hilfeleistungen in Kolumbien fortführen und sie ständig den neuen Gegebenheiten und Herausforderungen anpassen. Die Organisation sei auch bereit, lokale Bemühungen zur Umsetzung der bestehenden Gesetze für die Opfer des Konflikts und der bewaffneten Gewalt zu stärken und zu unterstützen. Die Hilfe müsse "effizienter und umfassender" werden.