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«Ich will eine ehrliche Post» – wie Post-Präsident Schwaller den Skandal aufarbeiten will

Die Affäre um die illegale Buchungspraxis bei Postauto hat den Gewinn des Mutterhauses 2017 um 138 Millionen auf 420 Millionen gedrückt. Urs Schwaller, Verwaltungsratspräsident der Post, erklärt wie er den Skandal aufarbeiten will.

VR-Präsident Schwaller in Kürze:

  • So wird die Untersuchung organisiert. Zusätzlich zum Bundesamt für Polizei (Fedpol) werden drei unabhängige Experten aktiv.
  • Die drei unabhängigen Experten sind: Der ehemalige Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle Kurt Grüter und die Rechtsprofessoren Andreas Donatsch und Felix Uhlmann. Das Ziel: Sie sollen die Unabhängigkeit der laufenden Untersuchung im Auge behalten. "Sie muss über jeden Zweifel erhaben sein." Sie werden die bereits laufende externe Untersuchung durch die Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard und die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young begleiten und überwachen. Alle Gutachten würde am Ende publiziert, ohne dass die Post darauf Einfluss nehmen könne.
  • Das Fehlverhalten der letzten Jahre, "dafür gibt es weder Ausreden noch Rechtfertigungen". Und: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Postkonzern die Lehren daraus zieht."
  • "Das verspielte Vertrauen wieder aufzubauen, das braucht lange Zeit. Ich will eine ehrliche Post."
  • Untersuchungsabschluss: "Für mich müsste der Bericht Kellerhals Carrard – vielleicht nicht bis ins letzte Detail – bis Ende April vorliegen." Als Verwaltungsrat brauche Schwaller Ergebnisse, um personelle Fragen im ersten Halbjahr beantworten zu können. Er wolle diese Frage nicht in den Herbst hineinziehen.
Postauto-Affäre drückt auf den Gewinn der Post

Postauto-Affäre drückt auf den Gewinn der Post

Vor den Medien erklärte Post-CEO Susanne Ruoff am Donnerstag die finanziellen Folgen für den Konzern.

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller hat das Fehlverhalten in der Postauto-Affäre zwischen 2007 und 2015 als "absolut inakzeptabel" bezeichnet. Um die Unabhängigkeit der externen Untersuchung zu unterstreichen, hat Schwaller nun drei Experten eingesetzt.

Das Gremium besteht aus dem ehemaligen Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Kurt Grüter, dem Strafrechtsprofessor der Universität Zürich, Andreas Donatsch, sowie Felix Uhlmann, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht ebenfalls an der Universität Zürich.

Bei Postauto seien zwischen 2007 und 2015 offensichtlich gravierende Fehler passiert, sagte Schwaller am Donnerstag vor den Medien. Dafür gebe es keine Ausreden. Die Post habe damit viel Vertrauen verspielt, und um dieses wieder aufzubauen, brauche es eine unabhängige Untersuchung.

Post-Experten sollen Unabhängigkeit der Untersuchung sicherstellen

Schwaller: Post-Experten sollen Unabhängigkeit der Untersuchung sicherstellen

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller setzt drei Experten ein, welche die Unabhängigkeit der bereits laufenden externen Untersuchung zur Postauto-Affäre sicherstellen sollen.

Er sei nicht jemand, der "aus der Hüfte heraus schiesst", sagte Schwaller. Es sei ihm deshalb wichtig, dass die laufende externe Untersuchung eines Anwaltsbüros und einen Unternehmensberaters "gründlich und mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt" werde.

Die Experte sollen diese Untersuchung begleiten und deren Unabhängigkeit sicherstellen. Der externe Bericht müsse ohne Einflussnahmen durch ihn oder andere Stellen der Post erstellt werden können, sagte Schwaller.

«Konsequezen ziehen»

Auf der Basis der Ergebnisse werde er dann auch die richtigen Schlüsse ziehen und "organisatorische und personelle Konsequenzen" treffen. Es sei ihm wichtig, dass der Konzern aus dem "Ausnahmezustand" herausfinde. Das sei ein steiniger Weg, und es brauche grosse Anstrengungen.

Aber "ich will eine ehrliche Post, auf die sich die Menschen in allen Bereichen ohne jeden Zweifel auch in Zukunft verlassen können", sagte Schwaller. Eine "schonungslose Aufklärung" sei deshalb zentral, auch für die 60'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Untersuchungsbericht und das Gutachter der Experten will Schwaller nach Abschluss der Arbeiten "transparent veröffentlichen".

Verfahren begrüsst

Der Verwaltungsratspräsident begrüsste auch das eingeleitete Verwaltungsstrafverfahren durch das Bundesamt für Polizei (Fedpol), das der Bundesrat auf Antrag des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) beschlossen hatte. Dieses gehe allen anderen Verfahren vor und die Post werde es "vollumfänglich unterstützen".

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinn erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück. Unter anderem wegen der Rückerstattung der Gelder an Bund und Kantone und einer weiteren Rückstellung ging der Jahresgewinn der Post um fast einen Viertel zurück. (jk/sda)

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