Sylvia Flückiger

«Ich war als Mensch und Frau erschüttert»

Seit sie eines Nachts am Zürcher Sihlquai vorbeifuhr, dem Hort des blühendsten Strassenstrichs der Schweiz, liessen ihr die dortigen Zustände keine Ruhe mehr. Warum Sylvia Flückiger (SVP) ein Strassenstrich-Verbot will.

Frau Flückiger, Sie reichen diese Woche ein Postulat für ein totales Verbot der Strassenprostitution ein. Wieso gerade dieses Thema?

Sylvia Flückiger: Vor rund drei Wochen fuhr ich spätabends mit dem Auto von Zürich nach Hause. Als ich die fast nackten Prostituierten am Sihlquai sah, wurde mir vor Augen geführt, welche Auswüchse der Strassenstrich inzwischen angenommen hat. Ich war schockiert.

Was hat Sie schockiert?

Flückiger: Ich war als Mensch und als Frau erschüttert, weil ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie die Frauen als Konsumartikel – nein, vielmehr als Wegwerfartikel – behandelt werden.

Wieso ein totales Verbot für die ganze Schweiz?

Flückiger:Ich bin der Meinung, dass solche Zustände unseres Landes unwürdig sind. Ich befürchte, dass sich dieses Phänomen in der ganzen Schweiz verbreitet. Wir müssen handeln, ehe es zu spät ist.

Besteht bei einem generellen Strassenstrich-Verbot nicht die Gefahr, dass die Prostitution wieder vermehrt in die Illegalität gedrängt wird?

Flückiger:Wenn der Gesetzgeber gleichzeitig dafür sorgt, dass Prostitution nur noch in dafür vorgesehenen Etablissements erlaubt ist, sehe ich diese Gefahr nicht. Dann könnte man gleichzeitig auch die Prostitution besser kontrollieren.

Dafür gäbe es wieder mehr Bordelle, teilweise in Wohnquartieren.

Flückiger: Auch hier braucht es klare gesetzliche Bestimmungen. Wenn schon, gehören Bordelle in Gewerbezonen und haben in Wohnquartieren ganz sicher nichts zu suchen. (mru)

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