Speed Hating

«Ich geb' dir gleich auf die Fresse»: Speed Hating hält Einzug in der Schweiz

Beim Speed-Hating geht es alles andere als zimperlich zu und her.

Beim Speed-Hating geht es alles andere als zimperlich zu und her.

Es ist noch gar nicht so lange her, seit der amerikanische Trend «Speed Dating» in der Schweiz Einzug gehalten hat. Jetzt ist bereits eine neue Variante der Partnervermittlung im Anmarsch. Doch dabei geht es alles andere als zimperlich zu und her.

Am 23. Mai findet im Zürcher Kunstwarenhaus das erste sogenannte «Speed Hating» statt, wie die Zeitung «20 Minuten» berichtet. Dabei setzt man sich an einen Tisch und blickt einem unbekannten Gegenüber in die Augen.

Auf los hagelts Hasstiraden

Wenn der Gong erklingt, beginnt das grosse Ausrufen. Anstatt Nettigkeiten auszutauschen, kann man sich sieben Minuten lang mit einem völlig Unbekannten leidenschaftlich streiten. Netter Small-Talk und zurückhaltende Annäherungsversuche sind hier fehl am Platz.

Veranstalter Oliver Münchow sieht im Speed Hating eine humoristische Form des Kennenlernens. «Wir wollen ein gemütliches, lockeres Ambiente schaffen, das weit entfernt von der klassischen, engstirnigen Date-Atmosphäre liegt», sagt Münchow gegenüber der az. «Anstatt Komplimente auszutauschen, wird bei uns die Konfrontation gesucht.»

Trotzdem sieht er beim Speed Hating und Speed Dating schlussendlich dasselbe Ziel: «Jemanden kennezulernen, wenn auch auf völlig unterschiedliche Art und Weise.»

Ursprung in London

Die Idee des Speed Hatings stammt aus der englischen Hauptstadt London. Carl Hill hat die Dating-Form, die urpsprünglich als Anti-Valentinstag-Aktion durchgeführt worden war, ins Leben gerufen.

Auf die Idee kam er beim Speed-Dating, wo er sich unwohl und fehl am Platz fühlte. «Speed Hating und Blind Hate sind viel spassiger und die Teilnehmer viel entspannter», sagte Hill gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». «Zudem lernt man gleich schonungslos die Macken und Einstellungen des Gegenübers kennen.»

Keine reine Partnervermittlung

Oliver Münchow sieht seinen Event nicht als klassische Partnervermittlung: «Es geht vor allem darum, sich zu öffnen und auch neue Facetten an sich selbst kennenzulernen.»

Um die «Blind Hates» interessanter zu gestalten hat sich Münchow einiges überlegt: «Es gibt zum Beispiel verschiedene Tische und unterschiedliche Stühle, um den Abend abwechslungsreicher zu gestalten.»

An einigen Tischen gebe es zudem vorgegebene Fragestellungen, über die die Anwesenden debattieren können. Dabei handelt es sich um knifflige Fangfragen wie: «Wenn Du eine übernatürliche Kraft hättest um eine optische Eigenschaft bei mir zu ändern: welche wäre das?» Aber auch tiefgründige Sinnfragen werden erörtert: «Wieso muss man immer bei Online-Datingplattformen zuerst wochenlang Mails austauschen, um dann beim ersten Date festzustellen, dass man sich eigentlich gar nicht riechen kann?»

So oder so, langweilig wird es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wohl kaum am 23. Mai im Kunstwarenhaus. (agt)

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