Calmy-Rey

«Ich bin keine Frauenmörderin»

Micheline Calmy-Rey

Micheline Calmy-Rey

Micheline Calmy-Rey fühlt sich missverstanden. Fünf Bundesrätinnen seien keineswegs zu viel - au contraire! Trotzdem sind ihre Tochter und ihre Schwester jetzt sauer auf sie.

In der Zeitung «Le Matin» räumt die Genfer Bundesrätin auf mit der Aussage, die am letzten Wochenende landauf, landab Schlagzeilen machte. Fünf Bundesrätinnen seien zuviel, titelte die «Sonntagszeitung». Alles falsch, erklärt Micheline Calmy-Rey: «Das habe ich nicht gesagt. Ich wurde missinterpretiert. Das Ausmass dieser Missinterpretation hat mich schon erstaunt. Ich wurde von verschiedener Seite sogar als Frauenmörderin, als «tueuse de femmes» tituliert. Dabei bin ich alles andere als das!»

Das mediale Missverständnis hätte sogar zu einem Zerwürfnis innerhalb ihrer Familie geführt, klagt die Magistratin: Ihre Tochter und ihre Schwester sprächen seither kein Wort mehr mit ihr. «Sie sind böse auf mich», bekennt Calmy-Rey.

Zugespitzt

Was hat sie denn nun genau gesagt? Laut Calmy-Rey hätte der genaue Wortlaut ihrer Aussage gelautet: «Es kann maximal sieben Bundesrätinnen geben. Das könnte Bedenken geben.» Das habe die «Sonntagszeitung» zugespitzt. «Das hat mich verletzt.» Sie sei eine Feministin der ersten Stunde und habe sich immer für die Gleichstellung der Frau eingesetzt.

Fünf Bundesrätinnen sind nicht zuviel, im Gegenteil. Nachdem Frauen 160 Jahre im öffentlichen Leben unterrepräsentiert seien, hätten sie eine solche Repräsentanz im Bundeshaus nur verdient.

(cls)

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