Wanderschuhe anschnallen, Bikes in den Kofferraum schieben und ab in die Berge! Am Wochenende soll es richtig sonnig werden. Bis zu 22 Grad. Zu verdanken haben wir die goldenen Herbsttage einem Tropensturm. Dieser braute sich über dem Nordatlantik zusammen und steuert mittlerweile als Hurrikan «Ophelia» auf Europa zu. Mit Windspitzen von mittlerweile mehr als 140 Kilometer pro Stunde.

Normalerweise richtet ein solch starker Hurrikan grosse Schäden an. Vor kurzem bekamen das die USA, vor allem Puerto Rico zu spüren. Dort wütete «Maria» mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde.

Ganz anders «Ophelia». Sie «schaufelt warme Luft in Richtung Europa», wie Urs Graf, Meteorologe von Meteoschweiz sagt. «Dieses Hoch hält nach aktuellen Berechnungen bis Mitte nächster Woche an.» Auch danach sei nicht zu erwarten, dass es zu einem Wetterwechsel in der Schweiz komme.

Seltene Serie von Hurrikanen

Bangen müssen auch die Bewohner jener Teile Europas nicht, auf die «Ophelia» treffen wird. Bis Dienstag werden die Windgeschwindigkeiten abnehmen. Und der Sturm wird so keine Schäden mehr anrichten können. Noch ist die genaue Route des Sturms aber unklar. Die Wettermodelle ergeben kein eindeutiges Bild. Meteorologe Urs Graf nimmt aber an, dass der Hurrikan ab Sonntag an der portugiesischen Atlantikküste vorbei Richtung Irland ziehen wird.

Ungewöhnlich an diesem Hurrikan ist dessen Zugbahn. Die meisten Hurrikane verschieben sich zuerst in die Karibik, bevor sie abdrehen. Dieser bewegte sich nach dessen Entstehen nahe den Kap-Verde-Inseln direkt auf Europa zu. «Bei einem Hurrikan mit dieser Stärke ist das ungewöhnlich.»

«Ophelia» ist laut dem U.S. National Hurricane Center bereits der zehnte Sturm in Folge, der als Hurrikan eingestuft wird. Das habe es zum letzten Mal im Jahr 1893 gegeben. (RWY/SDA)

So entsteht ein Hurrikan: