Sex-Affäre
Hürlimann wehrt sich gegen Ausschluss: «SVP ist keine Abstinenzpartei»

Der Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann, gegen den in der Zuger Sex-Affäre Ermittlungen laufen, wird voraussichtlich nicht aus seiner Partei geworfen. Ein solcher Antrag war an der Mitgliederversammlung am Donnerstag gestellt worden.

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Markus Hürlimann spricht an SVP-Versammlung in Zug
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Die SVP-Mitglieder bei einer Abstimmung, rechts Markus Hürlimann.
Markus Hürlimann, Parteipräsident der SVP Zug, rechts, wird begrüsst bei der Mitgliederversammlung der SVP des Kantons Zug.

Markus Hürlimann spricht an SVP-Versammlung in Zug

Keystone

Der Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann nahm am Donnerstag während der SVP-Versammlung ausführlich Stellung zu den Vorwürfen des sexuellen Übergriffs auf Jolanda Spiess-Hegglin, der Co-Präsidentin der Grünen. Und er äusserte sich auch zu einem Bericht im «Blick», gemäss dem er Jolanda Spiess-Hegglin zu einer SVP-Parteiversammlung in Baar am 4. November eingeladen habe. «Es hat nie eine amouröse Geschichte gegeben, und es wird nie eine geben», sagte er gemäss dem Onlineportal zentralplus.ch.

Dass sich die beiden während der Landammanfeier vom 20. Dezember näher kamen, gibt Hürlimann offen zu: „Wir haben uns während der offiziellen Feier gut über politische Dinge unterhalten.“ Im kleinen Kreis wurde anschliessend weiter gefeiert – inoffiziell und ausserparteilich, versteht sich. „Dort sind Jolanda Spiess und ich uns sympathisch geworden, gegen Ende kamen wir uns näher und haben uns geküsst“, erklärt der Kantonsrat. Es handle sich um ein einmaliges Ereignis sowie um eine rein private Geschichte.

Dieser Meinung sind nicht alle. Wie zentralplus.ch berichtet, forderte der Rechtsanwalt Rudolf P. Schaub Hürlimanns Parteiausschluss. Er sei nicht mehr tragbares SVP-Mitglied, wenn er mit einer der grössten politischen Gegnerinnen ein „Techtelmechtel“ gehabt habe. Diesem Antrag folgte ein Abbruch der Diskussion, der von der Mehrheit der Versammlung verlangt wurde. Schaub ist darüber empört: „Es entsteht der Eindruck, dass wir die Sache unter den Tisch kehren wollen.“ So wird Hürlimann trotz laufender Ermittlungen in der Zuger Sex-Affäre voraussichtlich nicht aus seiner Partei ausgeschlossen.

Hürlimann meint dazu: „Die SVP ist keine Abstinenzpartei. Zudem müssten dann auch viele andere ausgeschlossen werden. Fremdküssen gilt nicht als Parteiausschlussgrund.“ Die Vorwürfe, er habe Jolanda Spiess mit K.o.-Tropfen gefügig zu machen versucht, dementiert er nach wie vor vehement: „Diese Anschuldigungen beruhen rein auf Presseberichten.“

Gemäss 20min.ch bekam Hürlimann viel Unterstützung während seiner Rede. Er dankte denjenigen, die auch in dieser schweren Zeit zu ihm halten würden. Seine Ansprache wurde von einem Grossteil seiner Parteikollegen mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen gewürdigt. (jba/sda)