Phishing

Hunderte von Verfahren gegen Internet-Kriminelle vor dem Aus

Ein Phishing-Mail (Symbolbild)

Ein Phishing-Mail (Symbolbild)

Bei der Bundesanwaltschaft (BA) sind 400 bis 500 Strafverfahren gegen sogenannte Phishing-Betrüger hängig. Jetzt wird bekannt, dass diese mit grosser Wahrscheinlichkeit ergebnislos enden.

«Die meisten Phishing-Fälle sind nicht mehr verfolgbar», sagt eine gut informierte Person der «NZZ am Sonntag». Grund dafür ist, dass ein Pilotfall gegen drei Phishing-Betrüger vor knapp einem Monat gescheitert ist.

Das Bundesstrafgericht hatte damals einen Deal zwischen der BA und den drei Tätern sowie eine Anklage im abgekürzten Verfahren zurückgewiesen. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagt zwar: «Die BA prüft, wie die Anklageschrift allenfalls im Rahmen eines ordentlichen Verfahrens einzureichen ist.» Eine zweite gut informierte Person erklärt aber: «Mit dem Entscheid des Bundesstrafgerichts ist der Fall gestorben.»

Unbestritten ist, dass das Scheitern des Pilotfalls die Erledigung der 400 bis 500 anderen Phishing-Fälle extrem erschweren, wenn eben nicht verunmöglichen wird.

Die BA selbst will dazu keine Stellung nehmen, teilt aber mit: «Mit der rasanten Entwicklung von Internet und digitalisierter Welt treten Kriminalitäts-Phänomene in Erscheinung, gegen welche klassisch agierende Strafverfolgungsbehörden, die in territorialen Grenzen tätig sind, kaum mehr ankommen.»

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