Um die 600 Menschen beteiligten sich am Friedensmarsch vom Eichholz in Wabern der Aare entlang zum Münsterplatz, wo die Schlusskundgebung stattfand. Das seien etwa doppelt so viele wie letztes Jahr, was man allerdings zu einem guten Teil dem Wetter verdanke, räumten die Organisatoren ein.

Auf Transparenten und in den Reden auf dem Münsterplatz wurden die Anliegen engagiert vertreten. Die grüne Waadtländer alt Nationalrätin Anne-Catherine Menétrey sagte laut Redetext, viele Regierungen im Norden versuchten zur Zeit, unrechtmässig entgangene Steuern einzutreiben. Viel gravierender seien aber die 200 Milliarden Fluchtgelder, die den Entwicklungs- und Schwellenländern vorenthalten würden.

Alicia Gamboa vom Christlichen Friedensdienst verwies auf die mehr als 100 000 Menschen im Land ohne regulären Aufenthalt. Die Sans-papiers seien eine Reserve an billigen Arbeitskräften. Die Politik müsse daraus die richtigen Schlüsse ziehen und die Papierlosen regularisieren.

Ein wichtiges Thema am diesjährigen Berner Ostermarsch war der Krieg in Sri Lanka zwischen Regierungstruppen und Tamilen. Der Bundesrat müsse sich hier stärker engagieren und für einen bedingungslosen Waffenstillstand einsetzen, forderten viele Demonstrierende.

Auch in der Ostschweiz haben rund 350 Menschen gegen die umstrittene Flüchtlingspolitik der Schweiz im zweiten Weltkrieg und für eine menschenwürdige Asylpolitik demonstriert. Beim Ostermarsch im St. Galler Rheintal rief alt Bundesrätin Ruth Dreifuss die Bevölkerung zu mehr Mut und Zivilcourage auf.

Dreifuss und die Teilnehmer erinnerten an den St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger, der als einer der prominentesten Fluchthelfer der Ostschweiz gilt.