Dem Team des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) gehören neben dem Teamleader und seiner Stellvertreterin ein Arzt, ein Baustatiker, ein Wasserexperte und ein Logistiker an, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Nach ihrer Ankunft werden die Spezialistinnen und Spezialisten die Situation und die Bedürfnisse in der Katastrophenregion evaluieren, die Koordination mit den Behörden und den lokalen Partnern vor Ort sicherstellen, erste Hilfsleistungen einleiten und die Schweizerische Botschaft und das Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Kathmandu unterstützen.

Bereits am Samstag hatte Bundesrat Didier Burkhalter den nepalesischen Behörden in Kathmandu Schweizer Hilfe angeboten. Die Analyse des Schweizer Soforteinsatzteams wird Grundlage für mögliche weitere Soforthilfemassnahmen in der Katastrophenregion sein. Je nach Situation wird auch das Schweizer Einsatzteam personell verstärkt.

Viele Schweizer Touristen wohlauf

Bei der Helpline des EDA hätten seit Samstag Dutzende besorgte Angehörige angerufen, sagte ein Departementssprecher am Sonntag. Die Hinweise würden jeweils an die Botschaft in Kathmandu weitergeleitet, die dann Abklärungen in Angriff nehme.

Dem EDA sind 124 Schweizer Bürgerinnen und Bürger in Nepal offiziell gemeldet. Über die tatsächliche Zahl der Schweizer, die sich derzeit in dem Land aufhalten, hat die Behörde aber keinen Überblick.

Der in der Region führende Schweizer Reiseveranstalter Globetrotter hatte am Samstag 64 Kundinnen und Kunden in Nepal. Von ihnen hat das Unternehmen mittlerweile 42 erreicht, wie André Lüthi von Globetrotter am Sonntag sagte.

Sie seien nicht verletzt, aber durchaus von dem Erlebten "mitgenommen". Dabei handle es sich hauptsächlich um Kulturreisende, die in der Region Kathmandu unterwegs waren. Die anderen Kunden befänden sich auf Trekkings. Sie seien viel schwieriger zu kontaktieren.

Zehn Globetrotter-Reisende wurden am Sonntag bereits nach Bhutan ausgeflogen, wie Lüthi weiter sagte. Andere Touristen müssten sich mit der Ausreise noch etwas gedulden, bis sich die Lage am internationalen Flughafen von Kathmandu normalisiert habe.

Andere Schweizer Anbieter von Aktivferien meldeten am Sonntag auf ihren Webseiten, dass ihre Kundschaft in Nepal wohlauf und in Sicherheit sei.

Hilfswerke werden aktiv

Mehrere Schweizer Hilfswerke stellten Geld für Nothilfe zur Verfügung. Caritas Schweiz sprach einen Beitrag von 500'000 Franken. Die Schwesternorganisation Caritas Nepal sei bereits in der Katastrophenregion aktiv, teilte das Hilfswerk mit. Sie organisiere Rettungshilfe und Notunterkünfte für Obdachlose.

World Vision stellte Soforthilfe im Umfang von 200'000 Franken bereit, wie das Kinderhilfswerk mitteilte. 205 Mitarbeitende seien in 17 Gegenden Nepals tätig. Handicap International eilte der betroffenen Bevölkerung ebenfalls zur Hilfe. Mitarbeiter hätten beispielsweise Spitäler mit Material versorgt, teilte die Organisation mit.

Die Glückskette rief zu Spenden für die versehrte Bevölkerung auf. Die Gelder fliessen sowohl in Nothilfe wie später auch in den Wiederaufbau. Das Spendenkonto lautet 10-15000-6, wie die Glückskette mitteilte.