Burkaverbot

Hoteldirektorin in Brienz: «Den Interlaknern fehlt das Rückgrat»

In Interlaken gibt es besonders viele Touristen aus dem arabischen Raum. Die Frauen tragen oft Burka oder Niqab, welche in Europa momentan für Kontroverse sorgen. Eine muslimische Frau betet auf der Wiese vor dem Victoria Jungfrau Hotel.

Verhüllte Muslimische Frauen in Interlaken

In Interlaken gibt es besonders viele Touristen aus dem arabischen Raum. Die Frauen tragen oft Burka oder Niqab, welche in Europa momentan für Kontroverse sorgen. Eine muslimische Frau betet auf der Wiese vor dem Victoria Jungfrau Hotel.

Araber sind so wichtig, dass sogar Burkas toleriert werden. Besonders sichtbar wird das, wenn man sich im Berner Oberländer Interlaken umsieht. Ganz falsch, findet es eine Hoteldirektorin am anderen Brienzersee-Ufer in Brienz.

Araber kommen immer häufiger, reisen individuell und geben viel Geld aus. Besonders augenfällig ist dies in Interlaken, wo Touristen aus der Golfregion nach den Chinesen zur zweitwichtigsten Gruppe aus dem Ausland geworden sind. So ist zu erklären, warum trotz Burka-Debatte kaum Politiker für ein Verbot sind.

In Interlaken treffen wir den Gemeinderat und SVP-Präsidenten Franz Christ. Er fordert zwar nicht offen ein Burka-Verbot, sagt aber, er könnte gut mit einem leben. Die Erfahrungen aus dem Tessin zeigten ja gerade, dass man ein solches Verbot mit Augenmass umsetzen könne. Dort würden Burka-Trägerinnen nicht gebüsst, sondern von Polizisten mit Hinweis auf das Verbot gebeten, die Schleier zu entfernen.

Offene Kritik an der Haltung der Interlakner findet man am anderen Brienzersee-Ufer. In Brienz hat die Direktorin des Hotels Bären, Monique Werro, ihre Hausregeln geändert: Burka-Trägerinnen lässt sie nur in ihrem Hotel übernachten, sofern sie den Gesichtsschleier lüften. Gegenüber der «Nordwestschweiz» präzisiert sie: «Es sei denn, der Ehemann taucht ebenfalls in seinem traditionellen langen weissen Gewand auf. Dann habe ich kein Problem.»

Cards: So verhüllen sich Muslimas

Werro stört, dass mit der Verschleierung Errungenschaften der Frauenbewegung in der Schweiz mit Füssen getreten werden. Mit Blick auf das boomende Geschäft in Interlaken sagt sie: «Dort sieht man halt das Geld. Es ist etwas rückgratlos, wenn man für das gute Geschäft das Burka-Tragen toleriert.»

Werros einer Koch ist Tunesier und stolz auf die demokratischen Fortschritte in seinem Heimatland. Für ihn war es ein Faustschlag mitten ins Gesicht, als er in Interlaken zum ersten Mal in seinem Leben eine vollverschleierte Frau sah, wie er sagt.

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