Studiengebühren
Höhere Studiengebühren für Ausländer gefordert

Der Regierungsrat ist bereit, zwei Dringliche Postulate, die beide auf eine markante Erhöhung der Studiengebühren für Ausländer abzielen, zur Prüfung entgegenzunehmen. Er macht aber darauf aufmerksam, dass Studierende aus dem Ausland für den Standort Zürich auch von Vorteil sind.

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Die beiden Postulate seitens der SVP und der CVP machen darauf aufmerksam, dass sich die Zahl der Studierenden und Doktoranden, die zuvor nicht in der Schweiz wohnhaft waren, an der Universität Zürich und an den Zürcher Fachhochschulen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt haben. Das koste die Zürcher Steuerzahler jährlich je nach Studienrichtung zwischen mehreren zehntausend und hunderttausend Franken, insgesamt rund 80 Millionen, hiess es in der Postulatsbegründung.

Der Regierungsrat bestätigt, dass im vergangenen Jahr an der Universität 3900 Personen aus dem Ausland studiert haben; für die Fachhochschulen liegt nur die Zahl von 2008 vor, damals waren es 630. Von ihnen werden zum grössten Teil bloss geringfügig höhere Studiengebühren verlangt als von Studierenden mit Wohnsitz in der Schweiz.

Auch wenn der Regierungsrat die Postulate zur Prüfung entgegennehmen will, gibt er zu verstehen, dass die Heraufsetzung der Studiengebühren auf ein Niveau, das den Beiträgen der interkantonalen Universitätsvereinbarung entspricht, faktisch zu einem Ausschluss der ausländischen Studierenden führen würde. Einem Medizinstudenten in der klinischen Ausbildung müsste nämlich 48860 Franken abgeknöpft werden, wer an der Hochschule der Künste Theater studiert, hätte 28900 Franken abzuliefern und ein Studierender in Angewandter Psychologie, dem günstigsten Fach, immer noch 8900 Franken.

Ferner weist die Regierung darauf hin, dass im Gegenzug auch ausländische Hochschulen Schweizer zu günstigen Bedingungen studieren lassen, und abgesehen davon sei es auch von Vorteil, wenn Personen aus dem Ausland in Zürich studierten, nämlich wenn sie hier anschliessend eine Berufstätigkeit ausübten und Steuern zahlten oder wenn sie nach der Rückkehr in ihre Heimat als «Botschafter» der Schweiz wirkten.

Wenn der Kantonsrat die beiden Dringlichen Postulate überweist, hat der Regierungsrat für die Prüfung ein Jahr Zeit, dann muss er dem Kantonsrat beantragen, was er zu tun vorschlägt. (abr.)

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