Kunsteisbahn

Höchste Zeit für Sanierung: Kunsteisbahn forderte schon Todesopfer

Noch ist das Aussenfeld der Keba ungedeckt, so vergnügen sich die Schüler aus Hunzenschwil bei Sonnenschein. (ros)

550 Paar Schlittschuhe im Kassenhäuschen

Noch ist das Aussenfeld der Keba ungedeckt, so vergnügen sich die Schüler aus Hunzenschwil bei Sonnenschein. (ros)

Das Aarauer Stimmvolk entscheidet im Winter 2010 über die Gesamtsanierung der Kunsteisbahn Aarau. Wenn alles läuft wie geplant, erstrahlt die Keba im Frühjahr 2013 in neuem Glanz. Ein Augenschein vor Ort zeigt, wo der Sanierungsbedarf am dringendsten ist und wohin die knapp 17 Millionen Franken fliessen.

Roman Schenkel

50 Betriebsjahre fordern ihren Tribut: Die Polyesterplatten an den Frontpartien der Keba sind verblichen, die Eternitplatten auf dem Runddach spröde. Regelmässig müssen einzelne Platten ersetzt werden. «Das Dach ist ganz klar unser grösstes Problem, denn es leckt, wenn die Eternitplatten brüchig sind», sagt Otmar Hochuli, Betriebsleiter der Keba. «Im letzten August kam es zu einem tödlichen Unfall auf dem Dach, schon deshalb wäre es gut, wenn nicht immer wieder Arbeiter auf das Dach der Keba klettern müssten», sagt Hochuli.

Absolut keine Einsturzgefahr

Für das Dach bestehe aber keine Einsturzgefahr. «Die Holzträger haben wir erst kürzlich untersuchen lassen, die sind absolut in Ordnung», sagt Hochuli. Die 25 Meter langen Träger bleiben deshalb auch bei der geplanten Sanierung drin. «Es gibt einfach einen neuen Dachaufbau», erklärt er.

Besonders marode seien hingegen die Sanitäranlagen. «Viele Leitungen sind total verrostet und müssen ausgewechselt werden.» Im Winter laufe es zwar problemlos, doch nach der Sommerpause müssen die Duschen jeweils stundenlang laufen gelassen werden, bis sauberes Wasser fliesse, erzählt Hochuli.

In Zukunft soll die neue Halle nicht mehr mit Öl, sondern mittels Wärmepumpe geheizt werden. «Dadurch können wir pro Saison annähernd 45000 Liter Heizöl einsparen», sagt Hochuli.

Aussenfeld wird verlegt

Das Aussenfeld wird neu gebaut und in die Flucht der Keba-Halle verlegt. Es erhält ein lichtdurchlässiges Dach, auf den Seiten bleibt das Feld aber geöffnet. «So können die Schüler und Schlittschuhverrückten auch bei Regen ihre Runden drehen», sagt Hochuli. Mit der Verlegung des Aussenfeldes an den Rand des Waldes sollen zudem die Lärmimmissionen für die Anwohner deutlich reduziert werden.

Nach der Sanierung erhalten die Keba-Besucher mehr Platz in den Garderoben. Statt vier stehen neu sieben Garderoben zur Verfügung. «Die neuen Umziehkabinen liegen in der Mitte der beiden Eisfelder, sodass man mit den Schlittschuhen nur noch wenige Schritte bis zum Eis gehen muss», sagt Hochuli.

Mehr Platz wird auch im Kassenhäuschen benötigt. «Die Situation ist sehr eng; da wir sehr viele Schlittschuhe vermieten, müssen wir diese sogar an der Kasse lagern», sagt Daniela Basler, Kassierin in der Keba. Über 550 Paar Schlittschuhe stehen säuberlich in Gestellen aufgereiht. Aufgrund der knappen Platzverhältnisse müssten die Besucher oft warten, sagt Basler. «Und dies, obwohl wir Gas geben», sagt sie. Im modernen Vorbau des Projekts soll ein grosszügiger Eingangsbereich samt Kasse entstehen.

Bei Schülern sehr beliebt

Er hoffe schwer, dass das Stimmvolk das Projekt gutheisse, sagt Otmar Hochuli. «Es kommen so viele Schulklassen in die Keba, um Schlittschuh zu laufen.» Die Kunsteisbahn Aarau sei eine der meist besuchten Anlagen der Schweiz.

Auch gestern vergnügten sich mehrere Schulklassen auf dem Eis. Die 3. Sekundarklasse aus Hunzenschwil von Jörg Schlatter spielte mit viel Einsatz Eishockey. «Wir kommen ein- bis zweimal pro Winter hierher», sagt er. Es sei eine gute Alternative zur Turnhalle. Gar fünfmal haben die Schüler der Kreisschule Buchs-Rohr die Gelegenheit, auf den Kufen herumzukurven. Lehrer Mathias Bosslet: «Eislaufen ist sehr beliebt.» Die Keba müsse seiner Meinung nach aber dringend saniert werden.

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