Unwetter

Hochwasser und Erdrutsche in der Schweiz- die Übersicht über das Unwetter

Zuerst in der Zentral- und Ostschweiz, dann im Berner Oberland und entlang der Aare: Der starke Regen sorgte für Hochwasser-Gefahr in der halben Schweiz. Wie sich die Lage am Dienstag entwickelte - eine Zusammenfassung.

Hochwasser-Warnung

Hochwasser in Frutigen.

Intensive Regenfälle im Berner Oberland haben die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee am Dienstag stark ansteigen lassen. Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern sieht sich darum gezwungen, eine maximal mögliche Wassermenge in die Aare abfliessen zu lassen.

Im Berner Mattequartier bestand am Dienstag Hochwassergefahr. Die Bewohner des Stadtteils an der Aare wurden am Nachmittag per SMS aufgefordert, Keller zu räumen und Fahrzeuge aus dem gefährdeten Gebiet wegzufahren. Bereits am Wochenende hatten Feuerwehrleute vorsorglich Sperrelemente in der Matte und im Altenberg eingebaut.

Im Berner Oberland stiegen Flüsse und Bäche stark an, insbesondere die Kander, Simme, Lütschine und Hasliaare. In Frutigen trat die Kander stellenweise über die Ufer, wie das Berner Regionaljournal von Radio SRF berichtete. In Meiringen führte die Aare zeitweise so viel Wasser wie nur alle fünf bis zehn Jahre.

Der Verkehr war an verschiedenen Stellen beeinträchtigt. Die Kantonsstrasse zwischen Brienz und Oberried am Brienzersee war vorübergehend gesperrt. Am frühen Abend noch geschlossen war nach Angaben des Touring Clubs Schweiz (TCS) die Kantonsstrasse im Walliser Lötschental zwischen Wiler und Blatten.

Hochwasser-Alarm Matte Bern

Hochwasser bei Meiringen

Schiffe stehen still

Zwischen Biel und Solothurn wurde die Schifffahrt auf der Aare erneut eingestellt, mindestens bis Mittwoch. Nur gerade zwei Schiffe der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) konnten verkehren, nachdem die Aare nach der Sperre wegen des letzten Hochwassers wieder freigegeben worden war.

Auf dem Rhein zwischen Basel und Birsfelden BL respektive Rheinfelden AG wurde die Schifffahrt am späten Dienstagnachmittag wegen Hochwassers ebenfalls eingestellt. Nicht mehr möglich war auch der Betrieb der Basler Rheinfähren, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten.

Im Kanton Aargau sorgte die Hochwassersituation am Dienstag für angespannte Stunden. Vor allem die Reuss führte sehr viel Wasser. In Unterwindisch an der Reuss wurde der mobile Hochwasserschutz bereit gelegt. Auch in Wallbach am Rhein wurden Vorbereitungen getroffen. (Mehr Details zum Hochwasser im Aargau im Artikel «Beaver-Elemente schützen den Aargau vor dem Hochwasser».)

Entspannung in der Zentralschweiz

An den Zentralschweizer Flüssen entspannte sich die Lage nach dem Nachlassen der Niederschläge am Dienstagnachmittag. Die Pegel der Engelberger Aa, der Sarner Aa, der Kleinen Emme und der Muota gingen wieder zurück oder stiegen nicht mehr weiter an.

In Nidwalden wurde der Kantonale Führungsstab wieder aufgehoben, wie dessen Chef Urs Friedländer auf Anfrage sagte. Hochwasserschäden seien den Behörden nicht gemeldet worden. Auch in Obwalden, Schwyz und Luzern kam es gemäss Angaben der Polizeien zu keinen grösseren Schäden.

Erdrutschgefahr in der Ostschweiz

Thur erreicht erste HochwassermarkeIn den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden meldeten die Polizeien am Dienstagvormittag mit Wasser vollgelaufene Keller. In Bischofszell TG hatte die Thur die erste Hochwassermarke erreicht. Die Feuerwehr beobachtete die Situation, wie es auf Anfrage hiess.

Erdrutschgefahr beeinträchtigte in der Ostschweiz den Bahnverkehr. Zwischen Rickenbach-Attikon ZH und Frauenfeld konnten die Züge auf der Strecke Winterthur-Romanshorn SG am frühen Abend nur mit Einschränkungen fahren. Gemäss Bahnverkehrsinformation mussten Reisende mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

An mehreren Gewässern, darunter der Aare, den Jurarand-Seen, dem Thunersee sowie an Hochrhein, Thur und Reuss sowie am Vierwaldstättersee, herrschte gemäss dem Naturgefahrenportal des Bundes mässige Hochwassergefahr. Das entspricht der zweiten von fünf Gefahrenstufen. Für den Brienzersee wurde die dritte Gefahrenstufe "erheblich" gemeldet. Am Mittwoch sollte das Wetter besser werden.

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