Am dritten Tag der Session hat der Nationalrat zu entscheiden, ob die Schweiz den USA in Fällen von Steuerhinterziehung auch bei Gruppenanfragen Amtshilfe leisten soll. Nach den jüngsten Ereignissen ist der Ausgang ungewiss.

Die Zustimmung hängt nicht zuletzt davon ab, ob der Bundesrat Banken verpflichten will, künftig nur noch versteuerte Gelder anzunehmen. Ein bundesrätlicher Bericht soll noch vor der Session vorliegen.

Gelegenheit zu einer Grundsatzdiskussion über den Finanzplatz wird auch das Steueramtshilfegesetz bieten, über das der Nationalrat gleichentags berät. Das Gesetz regelt die rechtlichen Grundlagen zum Vollzug der Amtshilfe.

Ausserordentliche Session zur Nationalbank

Mit den Wirren rund um die Nationalbank befassen sich die Räte in der dritten Sessionswoche, in Sonderdebatten unter dem Titel "Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Schweizerischen Nationalbank".

Voraussichtlich wird es auch um die Frage gehen, ob eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) die Umstände klären soll, die zum Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand führten. Voraussetzung ist, dass das Ratsbüro einen entsprechenden Vorstoss der SVP für dringlich erklärt.

Sonderbehandlung für reiche Ausländer

Zu reden geben wird in der Frühjahrssession auch die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer, mit der sich der Ständerat befasst. Der Bundesrat schlägt vor, an der Pauschalbesteuerung festzuhalten, aber die Mindestsätze anzuheben.

Weiter müssen die Räte darüber befinden, ob sie wegen des starken Frankens die Hotellerie für ein Jahr von der Mehrwertsteuer befreien wollen. Der Nationalrat hat ausserdem über Änderungen zu entscheiden, welche die Reformen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Schweiz nach sich ziehen.

Integration und Einbürgerung

Neben Finanzpolitischem steht die Ausländer- und Asylpolitik im Zentrum der Session. Der Nationalrat beugt sich über die Totalrevision des Bürgerrechtsgesetzes. Der Bundesrat möchte, dass nur noch gut integrierte Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert werden. Personen ohne Niederlassungsbewilligung sollen keinen Schweizer Pass mehr erhalten.

Ob der Rat sich überhaupt mit den Details befasst, ist allerdings offen. Der SP und den Grünen geht die Reform zu weit, der SVP zu wenig weit. Die vorberatende Kommission empfiehlt dem Nationalrat deshalb, auf die Beratungen gar nicht erst einzutreten.