Tessin
Hitzetod im Tessin: Keine Anklage gegen die Mutter

Die Tessiner Staatsanwaltschaft erhebt keine Anklage gegen die Mutter, deren sechsjährige Tochter im Juli 2015 auf einem Tessiner Campingplatz im überhitzten Auto ums Leben kam. Die Frau sei durch den Vorfall bereits genug gestraft.

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Der Parkplatz auf dem das fünfjährige Mädchen ums Leben gekommen ist, aufgenommen in Muzzano im Tessin am Mittwoch, 22. Juli 2015.

Der Parkplatz auf dem das fünfjährige Mädchen ums Leben gekommen ist, aufgenommen in Muzzano im Tessin am Mittwoch, 22. Juli 2015.

KEYSTONE/TI-PRESS/SARA SOLCA

Die Tessiner Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass die Mutter für die fahrlässige Tötung in Folge einer Nachlässigkeit verantwortlich sei, teilte sie am Dienstag in einem Communiqué mit. Allerdings sei in der Strafuntersuchung festgestellt worden, dass die Mutter aus dem Kanton Thurgau in keinerlei Weise absichtlich gehandelt habe.

Das Kind verbrachte laut Angaben der Staatsanwaltschaft am 21. Juli rund drei Stunden alleine im aufgeheizten Auto auf dem Parkplatz des Campingplatzes in Muzzano TI, worauf dieses an "Hyperthermie" verstarb.

Die Mutter sei dagegen im Glauben gewesen, dass sich die Sechsjährige auf dem Campingplatz befand. Die leitende Staatsanwältin Fiorenza Bergomi kam zu dem Schluss, dass die Frau nicht strafrechtlich belangt werden sollte, da sie bereits durch die "unmittelbaren Folgen" ihrer Tat schwer betroffen sei.

In der gleichen Art und Weise hatte auch die Neuenburger Justiz im August 2015 entschieden, in dem sie das Strafverfahren gegen einen Vater nicht weiter verfolgte .

Im Sommer 2014 verstarb ein 16 Monate altes Kleinkind als es in La Chaux-de-Fonds NE imAuto vergessen wurde. Der Vater hatte es versäumt, das Baby wie üblich am Morgen bei der Kindertagesstätte abzugeben. Er wurde sich der Tragödie erst bewusst, als er sich am Abend zum Auto begab.