Die konservative Unabhängigkeitspartei, die das Land seit 1991 regiert hatte, wurde erwartungsgemäss für ihr Versagen in der weltweiten Wirtschaftskrise abgestraft. Sie erzielte laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis 23,7 Prozent der Stimmen. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis seit der Unabhängigkeit der Inselrepublik im Jahr 1944.

Die Sozialdemokraten von Übergangsregierungschefin Jóhanna Sigurdardóttir bekamen 29,8 Prozent der Stimmen und 20 Sitze im Althing genannten Parlament. Die Linksgrünen, seit Februar Junior-Partner in der Übergangsregierung, kamen auf 21,7 Prozent und 14 Sitze, die Konservativen stellen 16 Abgeordnete.

Sigurdardóttir kündigte an, Island in die Europäische Union führen zu wollen. Binnen zwölf bis 18 Monaten könne darüber in einer Volksabstimmung darüber entschieden werden. Zudem solle binnen vier Jahren auch der Euro als neue Währung angestrebt werden. Island gehört bereits dem Europäischen Wirtschaftsraum an.

Island mit seinen rund 300 000 Einwohnern ist wie kaum ein anderes Land von der Finanzkrise betroffen. Nur durch die Verstaatlichung von Banken und mit Hilfe ausländischer Darlehen in Milliardenhöhe hat das Land einen Staatsbankrott verhindert. Tausende Isländer haben ihr Vermögen und ihre Arbeit verloren.