Der vorsitzende Richter Nil Nonn sagte, mit dieser ersten Anhörung nehme das Gericht seine Arbeit als faire und unabhängige Einrichtung auf. Dem 66-jährigen Duch werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verstösse gegen das damals geltende Strafgesetz vorgeworfen.

Der Angeklagte traf in einem gepanzerten Geländewagen mit getönten Scheiben vor dem Gerichtsgebäude an. Er nahm auf der Anklagebank hinter Panzerglas Platz, das ihn vor Angriffen von Opfern des Regimes der Roten Khmer schützen sollte, und folgte den Ausführungen des Richters über Kopfhörer.

In den auf höchstens drei Tage angesetzten ersten Anhörungen soll es zunächst um Verfahrensfragen gehen. Die eigentliche Verhandlung wird erst für die zweite Märzhälfte erwartet.

Duch ist der jüngste der fünf Angeklagten vor dem Sondertribunal, der älteste ist 83 Jahre alt. Das Gericht war im Jahr 2006 nach fast zehnjährigen Verhandlungen zwischen der UNO und Phnom Penh ins Leben gerufen worden.

Die Roten Khmer hatten von 1975 bis 1979 Millionen Stadtbewohner zur Landarbeit verpflichtet. Bei ihren gesellschaftlichen Umwälzversuchen töteten sie bis zu zwei Millionen Menschen, die sie als "Verräter der Revolution betrachteten".

Die Bewegung wurde 1979 mit Unterstützung aus dem benachbarten Vietnam gestürzt, kämpfte jedoch noch bis 1998, dem Todesjahr von Pol Pot, aus dem Untergrund weiter.