Hilfikon und Villmergen Fusion

«Hilfikon bleibt immer Hilfikon»

Hilfikon gibt sein Schloss nicht ab. Das kann man auch nicht, weil sich das Schloss in Privatbesitz befindet

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Hilfikon gibt sein Schloss nicht ab. Das kann man auch nicht, weil sich das Schloss in Privatbesitz befindet

Ein gutes halbes Jahr vor der Fusion von Hilfikon und Villmergen sind die Vorarbeiten auf Kurs. Das Steueramt, die Bauverwaltung und die Einwohnerkontrolle sind bereits in die Gemeindeverwaltung von Villmergen integriert.

Jörg Baumann

Es wächst zusammen, was zusammengehört: Nach diesem geflügelten Wort beurteilt der abtretende Hilfiker Gemeindeammann Ueli Lütolf die auf den 1. Januar 2010 anstehende Fusion von Hilfikon und Villmergen. «Die Fusion kommt für Hilfikon zur richtigen Zeit», sagt er. «Wenn wir noch ein paar Jahre zugewartet hätten, was man sich hätte vorstellen können, wären wir vermutlich an die Wand gefahren.» Der Druck auf Gemeinden, die zusammengehen sollten, aber das nicht einsehen wollen, steige von Tag zu Tag, auch wenn die Kantonsregierung das nicht so unverblümt zugeben wolle.

Einiges wird in Hilfikon vom nächsten Jahr an anders. Vieles bleibt auch: «Wir bleiben Hilfiker, auch wenn wir unsere politische Selbstständigkeit aufgeben», betont Lütolf. Hilfikon behält das Gemeindewappen mit dem Elefanten und die Postleitzahl 5613 und bekommt Ortstafeln mit der Bezeichnung «Hilfikon, Gemeinde Villmergen».

Warten auf Gemeinderatssitz

Nur: Im Gemeinderat soll Hilfikon am Anfang nicht vertreten sein. In Villmergen treten Gemeindeammann Paul Meyer und seine vier Gemeinderatskollegen erneut zur Wiederwahl an. Markus Meier, Gemeindeschreiber in Villmergen, nennt dafür einen Grund: «Das Gemeinderatskollegium bekundete, dass es einige angefangene Projekte noch weiterbearbeiten und allenfalls abschliessen will.» Grundsätzlich seien aber alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wählbar.

Einen Sprengkandidaten aus den Reihen des in globo zurücktretenden Gemeinderates von Hilfikon wolle man nicht aufbauen, hebt Ueli Lütolf hervor. «Das würde das gute Klima nur stören.» Der Fusionsvertrag sehe aus vernünftigen Gründen keinen festen Gemeinderatssitz für Hilfikon vor - auch für das Ballyquartier nicht, das bereits zu Villmergen gehört. Eine Vertretung im Gemeinderat sieht Lütolf später als möglich an. «Jetzt wollen wir uns darauf konzentrieren, dass wir in den Kommissionen mitarbeiten können. Dort fallen wichtige Entscheidungen.»

Was mit den Gemeindeliegenschaften passiert, wird in einer gemeinsam aufgestellten Kommission ausdiskutiert. Fest steht für Lütolf, dass Hilfikon das eigene Schützenhaus behalten soll. Das sei so vereinbart. Auch möchte Hilfikon den Gemeindesaal als Versammlungslokal für sich beanspruchen. Als Werk, das die entstehende Gemeinschaft von Hilfikon und Villmergen betont, schliessen sich die Wasserversorgungen zu einem Wasserverbund zusammen. Das Wasserleitungsnetz wird zusammengekoppelt.

Gesamtschule wird aufgehoben

Die vorbildlich funktionierende Gesamtschule Hilfikon wird auf Ende dieses Schuljahres geschlossen. Die heute zwölf Schüler fahren nach den Sommerferien mit dem Schulbus nach Villmergen. Der Gesamtschullehrer Jürg Hochstrasser nimmt eine neue Stelle an der Mittelstufe in Sarmenstorf an. Zum Schulschluss soll es ein Fest geben. Klar ist auch: Die Hilfiker Finanzverwalterin Margrit Meyer arbeitet in Zukunft auf der Gemeindeverwaltung von Oberflachs.

Auch wenn die Schliessung der Dorfschule fest steht: Am eigenen Schloss will Hilfikon festhalten. «Es soll kein Villmerger sagen, sie hät-ten ein eigenes Schloss», sagt Gemeindeammann Ueli Lütolf. Das Schloss sei ohnehin nicht Eigentum der Gemeinde, sondern befinde sich in Privatbesitz.

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