Bundesrat
Hier tafelten Doris Leuthard und Co.

Bundespräsidentin Doris Leuthard und ihre Kollegen assen und schliefen letzte Woche auf dem Bundesrats-Reisli durch den Aargau im Hotel Blume, wo einst Hermann Hesse durch das Atrium wandelte. Geschäftsführer Silvio Erne verriet der Sommerreporterin das Bundesrats-Menü.

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Bundesräte im Hotel Blume

Bundesräte im Hotel Blume

Aargauer Zeitung

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Irena Jurinak

Zumindest, wenn es ums Essen geht, scheint bei den Bundesrätinnen und Bundesräten Einheit zu herrschen. Zum Znacht im Hotel Blume in Baden assen alle das Gleiche. Einzige Ausnahme: Vegetarier Moritz Leuenberger bekam eine fleischlose Variante.

Auf Wunsch von Bundespräsidentin Doris Leuthard servierten die Geschäftsführer Silvio und Patrick Erne dem Bundesrat und den ebenfalls anwesenden Aargauer Regierungsräten am Donnerstag im Jugendstilsaal ein Aargauer Menü.

Fast wie im Film

Das Bundesrats-Menü

Vorspeise: Carpaccio vom Aargauer Wasserbüffel-Mostbröckli mit Sbrinz und Rucola
Suppe: Maiscremesuppe mit Streifen von Mägenwiler Freilandpoulardenbrust und Safran
Hauptgang: Filetmedaillons von Agri-Natura-Kalb und Natura Beef auf jungem Blattspinat mit Balsamico-Hollandaise und Rosmarinkartoffeln; für Moritz Leuenberger gab es Hallwilersee-Felchenfilet
Dessert: Tarte Tatin mit
Aargauer Äpfeln und PfirsichJoghurt-Glace
Weine: Aargauer Fumé Blanc aus mehreren Anbaugebieten und Wettinger Blauburgunder

«Fast ein bisschen wie im Film», sagt Silvio Erne. Personenschützer und zivile Polizisten waren rund um die Uhr da, am Eingang mussten alle Hotelgäste den Ausweis vorzeigen. Offiziell hiess es, es finde ein VIP-Anlass statt, nur wenn jemand nachfragte, verriet Erne, welch besonderer Besuch im Hotel weilte. Die meisten Geschäftsleute seien spät ins Hotel zurückgekehrt und hätten nicht viel mitbekommen.

Schlechte Stimmung im Bundesrat - von wegen

Nach der Ankunft der Bundesräte im Hotel um 18 Uhr hatten diese zwei Stunden Zeit für sich. Zwischen acht und halb elf traf man sich an einer grossen Tafel zum Abendessen. Das Duo Voice meets Piano sorgte für musikalische Unterhaltung. Von einer schlechten Stimmung zwischen den Bundesräten sei nichts zu spüren gewesen.

Seit März bereiteten sich die Ernes auf den Besuch vor. Unter anderem mussten sie den Sicherheitsleuten die Pläne der vier Stockwerke zuschicken, aufgrund derer die Zimmerzuteilung gemacht wurde. Und bis zu einem Monat vorher wusste niemand ausser den Geschäftsführern und dem Küchenchef vom hohen Besuch.

Bodenständiges Frühstück

«Jemanden nicht mit dem Namen, sondern mit Frau und Herr Bundesrat anzusprechen, war gewöhnungsbedürftig», sagt Erne, «aber schlussendlich sind sie ganz normale Menschen wie wir auch.»

Das war beim Frühstück am Freitagmorgen um Viertel nach sieben zu spüren: Die Bundesräte speisten zwar getrennt von anderen Gästen im Jugendstilsaal, doch das Buffet war dasselbe: Müesli, Brot, Konfi, Käse und Aufschnitt. Viel gegessen haben die Bundesräte allerdings nicht, da sie während der zwei Tage von einem Apéro zum nächsten reisten, verrät Erne.

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