Mühleber

Hick-Hack um AKW-Sicherheit

Gab im Grossen Rat zu reden: AKW Mühleberg.

Hick-Hack um AKW-Sicherheit

Gab im Grossen Rat zu reden: AKW Mühleberg.

Das AKW-Mühleberg stand gestern im Grossen Rat gleich mehrfach auf der Traktandenliste - unter anderem auch der Sicherheit wegen.

Nachdem die Zeitschrift «Beobachter» unlängst den vertraulichen Jahresbericht 2007 des Atomkraftwerks Mühleberg publik gemacht hatte, woraus hervorging, dass die Risse im Kernmantel seit 1990 weiter gewachsen sind als bisher öffentlich bekannt war, stand das älteste AKW der Schweiz gestern im Grossen Rat gleich mehrfach auf der Traktandenliste. Auf die Frage Corrado Pardinis (SP/Lyss) antwortete Energiedirektorin Barbara Egger (SP), aufgrund des Jahresberichts der nationalen AKW-Aufsichtsbehörde Ensi sehe die Regierung keinen Handlungsbedarf; seien dem Ensi-Bericht zufolge die Risse im Mühleberger Kernmantel doch stabil. «Wäre dem nicht so», fügte Egger an, «würden die Vertreter des BKW-Mehrheitsaktionärs Kanton Bern selbstverständlich aktiv.»

«Nichthandelnde Aufsichtsbehörde»

Ob allem müsse sich die Regierung «auf die Untersuchungen und Schlussfolgerungen dieser Behörde (die HSK, Vorgängerorganisation der Ensi, Anm. d. Red.) verlassen können», so der Regierungsrat unlängst auf eine ebenfalls gestern traktandierte Interpellation Josef Jennis (EVP). Die Formulierung mag überraschen - nicht nur Jenni. Doch die Ratsmehrheit verweigerte ihm die offene Diskussion. In seinem darauf schriftlich abgegebenen Votum ging Jenne mit der Regierung hart ins Gericht. Dieser «versteckt sich immer wieder hinter der nichthandelnden Aufsichtsbehörde», kritisierte der Oberburger. Es sei letztlich «unglaublich und zeugt davon, dass der Regierungsrat seiner eigentlichen Aufgabe nicht nachkommen will.» Dass die Risse von der Regierung als «stabil» bezeichnet werden, heisse dabei nichts - «sie könnten auch ‘stabil wachsen'».
«Fokus Anti-Atom», die vereinigten AKW-Gegner, bezichtigten die Regierung in einer Mitteilung gestern gar der Lüge. Entgegen der Darstellung des Regierungsrates habe der Kernmantel sehr wohl eine Dichtheitsfunktion und sei somit sicherheitsrelevant. (sat)

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