Die Antenne stand 77 Jahre lang, als der Empfang der Mittelwelle noch über den Landessender Beromünster möglich war, als Sendeturm in der Nähe von Gunzwil. Zuerst noch als Hauptsender benutzt, rückte die Antenne nach dem Bau des grossen Bruders, dem Blosenbergturm, in den Hintergrund und fristete fortan ein Schattendasein als Reserveturm.

Viel Publikum

Heute um 14.00 Uhr war es soweit. Die kleinere der zwei bestehenden Antennen bei Beromünster wurde erfolgreich dem Erdboden gleichgemacht. Das nicht alltägliche Spektakel und auch das schöne Wetter zog entsprechend viele Leute an, welche aus einer Sicherheitsdistanz von 300 Metern der Sprengung beiwohnten. Nach einem Horn und dem obligaten Countdown fiel die Eisenkonstruktion um. Bewusst wurden zwei Pfeiler des aus vier Pfeilern bestehenden Turmes gesprengt, damit dieser auf die gewünschte Seite kippte (siehe Video unten).

Blütezeit im 2. Weltkrieg

Die anfänglich drei Antennen wurden während der 30er-Jahre errichtet und sendeten fortan das legendäre Radio Beromünster. Eine Blütezeit erlebte der Landessender zur Zeit des 2. Weltkriegs als Quelle unabhängiger Nachrichten für ganz Europa. Radio Beromünster war mit ein Symbol der «geistigen Landesverteidigung».

Sprengmeister Thomas Schwarz erklärt, warum die Sprengung die beste Lösung für den Rückbau ist

Sprengmeister Thomas Schwarz erklärt den Ablauf der Sprengung

1962 wurde eine der zwei kleinen Reserveantennen, welche nördlich des Hauptturmes standen, abgebaut und nach Basel umgezogen. So verblieben der hohe Blosenbergturm zusammen mit einer Reserveantenne.

Ende 2008 wurde die Mittelwelle abgeschaltet und die Türme in Beromünster stillgelegt. 2009 entschieden die Behörden, den grossen der beiden unter Denkmalschutz zu stellen. Für den kleinen Turm wurden die Kosten für den Denkmalschutz als zu hoch betrachtet. Die Swisscom entschied in der Folge, den Ersatzturm heute Nachmittag um 14 Uhr zu sprengen.

(san)