Verkehr

Heute Nachmittag sollen wir in den Turboschlaf schalten

Nationaler Turboschlaftag

Nationaler Turboschlaftag

Bei rund 20 Prozent aller Verkehrsunfälle ist Müdigkeit im Spiel. Um die Bevölkerung für die Problematik des Sekundenschlafs zu sensibilisieren findet heute der erste Nationale Turboschlaftag statt. Um 14 Uhr gings los.

Ungewolltes Einnicken am Steuer ist gefährlich. Besonders auf langen und monotonen Autofahrten, in der Nacht oder nach einem guten Mittagessen ist das Risiko für einen Sekundenschlaf gross.

Müdigkeitsanfälle können jede Fahrerin und jeden Fahrer treffen. Nicht nur das Einschlafen am Steuer ist gefährlich, schon die Müdigkeit selbst reduziert die Fahrfähigkeit erheblich. Wer schläfrig fährt, schätzt Geschwindigkeiten falsch ein, ist unkonzentriert und reagiert ähnlich langsam wie nach dem Konsum von Alkohol.

Zu den Ursachen für die Schläfrigkeit gehören Schlafmangel, Fahren in Zeiten, in denen man normalerweise schläft, lange Wachzeiten, ein wechselnder Schlafrhythmus oder auch Erkrankungen wie das Schlafapnoe-Syndrom oder Depressionen. Im Extremfall nickt die Lenkerin oder der Lenker ein - mit oftmals verhängnisvollen Folgen (siehe Box).

Start von dreijähriger Kampagne

Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, lanciert die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zusammen mit dem Touring Club Schweiz (TCS), dem Verkehrssicherheitsrat und dem Fonds für Verkehrssicherheit eine dreijährige Kampagne. Diese startet heute mit dem ersten Nationalen Turboschlaftag. Die Botschaft: Gönnt euch ein Viertelstündchen Ruhe.

Denn Schlaf ist laut bfu das einzig wirksame Mittel gegen Müdigkeit. Wer bereits vor Antritt der Fahrt Müdigkeit verspürt, verzichtet besser auf das Fahrzeug. Bei Anzeichen von Schläfrigkeit während der Fahrt sollte man unbedingt möglichst bald anhalten und mit einem kurzen Schlaf von idealerweise 15 Minuten neue Energie tanken - das ist der Turboschlaf.

Laute Musik und geöffnete Fenster helfen nicht

Die Einnahme eines koffeinhaltigen Getränks vor dem Turboschlaf kann dessen Wirksamkeit erhöhen. «Massnahmen» wie das Hören lauter Musik, lautes Mitsingen oder geöffnete Fenster helfen hingegen nicht gegen die Übermüdung.

Turboschläfer konnten sich heute ab 14 Uhr mit einem Kissen beispielsweise beim Bahnhofplatz Bern hinlegen. Die ganze Aktion wird mit Fotos und Videos über Facebook und Youtube dokumentiert. (jep)

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