Heizen mit ARA-Abwasserwärme

Energie aus Abwasser: Rheinfelden hat einen weiteren wichtigen Schritt in die Energiezukunft getan. Der Wärmeverbund im Augarten-Weiherfeld wurde eingeweiht. Damit werden rund 1600 Wohneinheiten mit Heizwärme und Warmwasser bedient.

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«Aufgrund der ansässigen Betriebe und der Thermalbäder weist die ARA Rheinfelden bedeutende Abwassermengen und -temperaturen auf», so die AEW Energie AG als Contractor (Auftragnehmer bzw. beauftragte Firma für den Betrieb der neuen Wärmepumpenanlage). Die durchschnittliche Abwassertemperatur beträgt 17 Grad Celsius, am Auslauf sammeln sich 120 Liter pro Sekunde – ideale Voraussetzungen für die Wärmerückgewinnung.

Das gereinigte warme Abwasser von Rheinfelden, Magden und angeschlossenen Betrieben wie etwa Feldschlösschen wird somit nicht mehr einfach in den Rhein geleitet, sondern als erneuerbare Energiequelle sinnvoll und nachhaltig genutzt. Dazu dienen zwei Wärmepumpen, platziert am Ende des ARA-Nachklärbeckens in einem eigens errichteten containerähnlichen kleinen Gebäude, das vor High Tech nur so strotzt.

8 Millionen Franken investiert

AEW Energie AG hat rund 8 Millionen Franken in die neue Anlage investiert. Am 24. Oktober 2006 wurde die Elektrizitätsgesellschaft von der Betriebsgenossenschaft Augarten und der Stadt Rheinfelden als Contractor für die strombetriebene Wärmepumpenanlage gewählt – «ein grosses Ereignis», sagt dazu Anselm Hagenbuch, Leiter des Wärmegeschäfts bei AEW: «Diesen Tag werde ich nie vergessen.» Vorausgegangen war dem Werk eine annährend zwanzigjährige Geschichte.

Denn die Idee zur Wärmerückgewinnung aus Abwasser wurde schon in den 1980er-Jahren entwickelt, in den 1990er-Jahren vom 1992 gegründeten Verein Energie 2000 gefördert und 1999 – in der Folge einer Machbarkeitsstudie – in der Energieplanung der Stadt Rheinfelden festgeschrieben.

Es handelt sich demnach um ein echtes Gemeinschaftswerk, an dem eine ganze Reihe von Menschen und Organisationen beteiligt waren beziehungsweise sind. Am vergangenen Freitag wurde die neue Anlage offiziell eingeweiht, am Samstag war dann Tag der offenen Tür.

«Visionäre Gedanken und vorausschauende Planung der Stadt bilden den Grundstein für den Wärmeverbund, der heute eingeweiht wird», so Stadtammann Franco Mazzi an der Einweihung. Der Wärmeverbund Augarten-Weiherfeld spart jährlich 1,25 Millionen Kubikmeter Erdgas und reduziert damit den CO2-Ausstoss um 2650 Tonnen.

Gas wird dabei zwar nicht vollständig, doch zu gut zwei Dritteln ersetzt – in der kälteren Jahreszeit muss noch mit Gas nachgeholfen werden, wie die Fachleute dazu sagen. (mz/hn/fhe)