Hedinger Gemeindeversammlung

Hedinger Gemeindeversammlung

GV Hedingen

GV Hedingen

Dreieinhalb Stunden dauerte es, bis die zahlreichen Geschäfte der Hedinger Gemeindeversammlung abgesegnet waren. Am meisten zu reden gab, wie zu erwarten war, der Schulhaus-Umbau für 1,28 Mio. Franken – gegen die Empfehlung der RPK.

Von Thomas Stöckli

«Guter Unterricht wird von Personen gemacht, das Umfeld kann diesen aber fördern oder hemmen», so Schulliegenschafts-Verwalter Peter Ott in seinem Plädoyer für den Umbau des Sekundarschulhauses Güpf. In den aktuellen Räumlichkeiten sei nur Frontalunterricht möglich. Zu klein sind die Zimmer für moderne Unterrichtsformen. Weiter bestehe Handlungsbedarf in den Bereichen Erdbebensicherheit, Feuerpolizei und behindertengerechtem Zugang. 480 000 Franken würde es alleine kosten, diese Auflagen zu erfüllen.

Rückweisung und Urnenabstimmung beantragt
Die Rechnungsprüfungskommission sprach sich allerdings gegen den teuren Umbau aus. «Mit einem zusätzlichen Gruppenraum und ohne Wand-Verschiebungen liessen sich 50 bis 60 Prozent sparen», so RPK-Präsident Bertram Thurnherr und präsentierte der Versammlung gleich einen Gegenvorschlag.

«Wir sollten den Schülern eine Lernumgebung ermöglichen, die diesen Namen auch verdient», forderten Befürworter, während die Gegner der Schulpflege vorwarfen, sie operiere ohne Raumkonzept. Der Applaus nach den einzelnen Voten macht schon bald klar, in welche Richtung das Abstimmungsresultat gehen könnte und so bleibt auch der Rückweisungsantrag der FDP chancenlos. Mit 136:46 Stimmen sagten die 194 Stimmberechtigten schliesslich Ja.

Kurz darauf musste die Schule allerdings nochmals bangen: Während der Rechtsmittel-Belehrung durch Schulpräsidentin Elisabeth Emch ging ein Antrag auf Urnenabstimmung ein. Der dazu notwendige Drittel aller Stimmen kam aber nicht zusammen.

Fussball hilft sparen

Zahlreiche Hedinger verliessen nach der Schulgemeinde-Versammlung den Saal. Die verbleibenden winkten die Bauabrechnung für die Sanierung Haldenstrasse - 123 000 Franken konnten gespart werden, weil in der Stadt Zürich während der Fussball-Europameisterschaft kaum Tiefbauarbeiten ausgeführt werden konnten und die Bauunternehmen entsprechend günstig offerierten - ebenso zügig durch wie die Statutenrevisionen für den Spital- und den Sicherheits-Zweckverband sowie die neue Entschädigungs- und Besoldungsverordnung, die durch den Schritt zur Einheitsgemeinde nötig geworden war. Schliesslich wurden noch neun Personen aus Deutschland, Italien, Serbien und Bosnien-Herzegowina in das Bürgerrecht der Gemeinde aufgenommen.

Steuerfuss bleibt - trotz Defizit

Als letztes Traktandum der Gemeindeversammlung gab es dann noch eine Premiere: Das erste Budget der Einheitsgemeinde. Bei einem erwarteten Verlust von 1,142 Mio. Franken bleibt der Steuerfuss bei 110 Prozent. Die reformierte Kirchgemeinde belässt den Steuerfuss bei 12%, hier beträgt der Aufwandüberschuss 78 000 Franken.
Zum Schluss beantwortete der Gemeinderat noch zwei Anfragen.

Alt-Gemeindepräsident Ernst Jud wollte wissen, wie es um das Einzonungs-Begehren des Gebietes Schurten stehe. «Soweit es für den Gemeinderat ersichtlich ist, wurde das Begehren der Gemeinde Hedingen im Anhörungsentwurf zum neuen Siedlungs- und Landschaftsplan nicht berücksichtigt», heisst es in der Antwort der Gemeinde, und weiter: «Der Gemeinderat beabsichtigt, in seiner Stellungnahme zum Entwurf des kantonalen Richtplanes den 2004 eingereichten und 2007 bekräftigten Antrag unter Hinweis auf die raumplanerischen und siedlungspolitischen Aspekte nochmals zu untermauern. Daneben soll auch dem Befremden Ausdruck gegeben werden, dass auf das damalige Gesuch bis heute weder vom Regierungsrat noch von der zuständigen Direktion eine konkrete Antwort vorliegt.» Es sei eine Zumutung, dass vom Kanton nach fünf Jahren immer noch keine schriftliche Antwort gekommen ist, so Jud, der dem Gemeinderat vorwirft, sich zu passiv verhalten zu haben.

Mauritius Bollier verlangte in seiner Anfrage weitere Massnahmen zur Verkehrssicherheit im Bereich des Engpasses an der Arnistrasse. Weil die Kapo im Bereich des Fussgänger-Längsstreifens weder «Berlinerkissen» noch Einengungen zulässt, war die Gemeinde trotz anders lautenden Zusagen an Bollier gezwungen, Alternativen zu suchen.

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